Lichtgedanken 04

S C HW E R P U N K T 41 04 | LICHT GEDANKEN Kontakt Dr. Torsten Löhne Astrophysikalisches Institut und Universitäts-Sternwarte Schillergässchen 2-3, 07743 Jena Telefon: +49 36 41 9-47 531 E-Mail: tloehne@astro.uni-jena.de www.astro.uni-jena.de Publikation: Collisions and drag in debris discs with eccentric parent belts, DOI: 10.1051/0004-6361/201630297 Weiterführende Information unter: www. astro.uni-jena.de/index.php/theory.html pretieren – auch und gerade mit Blick auf die Entdeckung unbekannter Pla- neten. »Nur aus der genauen Kenntnis der Zusammenhänge zwischen Stau- bringen und Planetensystemen lassen sich Vorhersagen treffen, wo es sich lohnen könnte, nach Planeten zu suchen und welche Eigenschaften diese haben müssten«, macht Krivov deutlich. Ihre Ergebnisse wollen die Forscher nun in der Praxis überprüfen und so vielleicht den einen oder anderen wissenschaftli- chen Staubschleier lüften. Erklärung für die asymmetrische Trümmerscheibe ist das Vorhanden- sein eines Planeten zwischen Stern und Staubgürtel, der aufgrund seiner Gra- vitation den Ring verbiegt«, sagt Ast- rophysiker Prof. Dr. Alexander Krivov, in dessen Team Torsten Löhne arbeitet. »Es gibt allerdings weitere Effekte, die ebenfalls zur Entstehung dieser Form beitragen können«, so Krivov weiter. Während der formgebende Einfluss von Planeten bereits gut verstanden sei, sind die nicht-gravitativen, also nicht auf die Schwerkraft großer Objekte zu- rückzuführenden, Effekte bisher weit weniger gut erforscht. Und genau diesen Einflüssen sind Löhne und Krivov nachgegangen. Sie haben unterschiedlich stark verformte Trümmerscheiben modelliert und de- ren Entwicklung im Verlauf von einigen Hundert Millionen Jahren berechnet. »Dabei konnten wir eine Reihe von Faktoren ermitteln, mit denen sich die Ausprägung der Asymmetrie erklären lässt«, fasst Torsten Löhne zusammen. Und: die nicht-gravitativen Effekte spie- len in der Tat eine signifikante Rolle. So bilden sich infolge ständiger Kollisio- nen kleinere Fragmente und Staub, die vom Stern aufgeheizt und durch des- sen Strahlungsdruck verweht werden, wodurch sich die Bahn des Staubes än- dert und sich ein asymmetrischer Halo um den Stern ausbildet. Je nachdem in welchem Wellenlängenbereich dieser beobachtet wird, ist er deutlicher oder weniger ausgeprägt sichtbar. »Unsere Kollisionsanalysen haben au- ßerdem ergeben, dass sich die Bruch- stücke innerhalb des Ringes nicht gleich verteilen«, fährt Dr. Löhne fort. So seien auf der Ringseite, die näher am Stern liegt, größere Staubkörner zu finden als auf der entfernteren Seite. Dies habe Einfluss auf die vorherrschende Tempe- ratur, was sich ebenfalls auf das Erschei- nungsbild von Trümmerscheiben vor allem im Infrarotbereich niederschlage. Trümmerscheiben geben Anhaltspunkte für die Planetensuche Insgesamt, so das Fazit der Forscher, lassen sich dank ihrer neuen Erkennt- nisse die Beobachtungsdaten von Trüm- merscheiben zukünftig präziser inter- Astrophysiker Alexander Krivov (l.) und Torsten Löhne berechnen Kollisionen in Trümmerscheiben.

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