FSU Newsletter 06

3 FSU-Newsletter/Winter 2017 Nachrichten Unter den 300 besten Hochschulen weltweit Im aktuellen Academic Ranking of World Universities, dem sogenannten Shanghai-Ranking, hat sich die FSU zum dritten Mal in Folge deutlich verbessert und rangiert erstmals unter den 300 besten Hochschulen weltweit. Im Ranking 2017 gehört die Uni Jena damit zu den 22 besten deutschen Hochschulen. „Vor allem der Vielzahl hochrangiger Publikationen und unseren vielzitierten Wissenschaftlern verdanken wir die Steigerung“, erklärt Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal. „Für den Forschungsstandort Thüringen ist dies ein sehr gutes Ergebnis, das zeigt, dass sich die Forschung an der Uni Jena international sehen lassen kann.“ Das Shanghai-Ranking wird von der ShanghaiRan- king Consultancy herausgegeben und berücksichtigt die Anzahl der Publikationen und der Zitierungen in wissenschaftlichen Fachmagazinen, dabei insbeson- dere in den hochrangigen Journalen Nature und Sci- ence, an Forscherinnen und Forscher sowie an Alumni verliehene Nobelpreise und Fields-Medaillen sowie die Forschungsleistung gemessen an der Größe der Institution. Mehr als 1.200 Hochschulen stellen sich dem Ranking, die besten 500 werden seit dem Jahr 2003 regelmäßig veröffentlicht. jd FSU bei stabilen Studentenzahlen immer internationaler Im aktuellen Wintersemester haben sich mit über 18.000 Studierenden nahezu ge- nauso viele junge Menschen eingeschrieben wie imVorjahr. „Der insgesamt positive Trend lässt sich vorsichtig so interpretieren, dass der ,Abwärtstrend‘ gestoppt ist“, freut sich Studien-Dezernentin Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund über die Studieren- denstatistik. „Der bisherige Rückgang der Studierendenzahlen, verursacht unter anderem durch demographische Effekte wie den Geburtenrückgang in Thüringen und Ostdeutschland, kann inzwischen vor allem durch Studienbewerber aus dem Ausland ausgeglichen werden“, ergänzt sie. Mit derzeit mehr als 2.400 internationalen Studierenden ist eine neue Höchstmarke erreicht worden, die den Vorjahresrekord um mehr als 50 Personen übertrifft. 4.814 Erstsemester – etwa so viele wie 2017 – füllen in diesem Semester die Hörsäle der Jenaer Universität. Von ihnen stammt mehr als ein Drittel aus den alten Bundeslän- dern. 55 Prozent aller Studieren- den sind weiblich. Als besonders beliebt haben sich in diesem Semester die Lehr- amtsstudiengänge erwiesen, in denen es deutliche Zuwächse gab. So ist die Zahl der Erstsemester für das Lehramt Gymnasium auf 702 angewachsen, gegenüber 606 im Vorjahr. AB Aussöhnung zwischen Menschen, Kirche und Staat Verleihung der Ehrendoktorwürde an Versöhnungsforscherin und Altbischof Am 30. Oktober verliehen zwei Gründungsfakultäten die Eh- rendoktorwürde an zwei Persönlichkeiten aus Kirche und Ge- sellschaft, die sich um Aussöhnung verdient gemacht haben. Die Theologische Fakultät zeichnete die südafrikanische Psy- chologin und Versöhnungsforscherin Prof. Dr. Dr. h. c. Pumla Gobodo-Madikizela aus und die Rechtswissenschaftliche Fa- kultät den Altbischof Prof. Dr. Dres. h. c. Wolfgang Huber. „Der Universität Jena ist es als ,Kind der Reformation‘ wichtig, das 500. Jubiläum der Reformation angemessen zu würdigen, nachdem die Universität bereits seit vielen Jahren und beson- ders 2017 mit Forschungsergebnissen und zahlreichen Aktivi- täten dieses historische Ereignis gewürdigt, aber auch kritisch analysiert hat“, sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal, der den Festakt gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow eröffnete. Pumla Gobodo-Madikizela „erhält die Würde eines Doktors der Theologie ehrenhalber in Anerkennung ihrer wissenschaft- lichen Verdienste um die Traumaforschung im gesellschaftli- chen Kontext von Versöhnungsprozessen in Südafrika nach dem Ende der Apartheid“, lautet der Text der Urkunde. Die Forschung der heute 62-jährigen Pumla Gobodo-Madikizela erzeugt weltweit Interesse im Blick auf die Psychologie von Tätern, aber auch für eineTheologie der Versöhnung und nicht zuletzt für die jüngere Geschichte Südafrikas. Dies führte auch zu einer Berufung in die Wahrheitskommission zur Untersu- chung der Verbrechen während der Apartheid, deren Mitglied sie von 1996 bis 1998 war. Sie hat Professuren in den USA, Südafrika und Schweden innegehabt und lehrt seit 2016 an der Universität Stellenbosch. Schon länger besteht mit dem Zen- trum für Versöhnungsforschung der Uni Jena ein produktiver Kontakt, der künftig ausgebaut werden soll. Prof. Wolfgang Huber wurde „für seine wissenschaftlichen Verdienste um das Verhältnis von Kirche und Staat sowie die christliche Rechtsethik“ ausgezeichnet. Der inzwischen 75-Jährige hat sich zudem als Systematischer Theologe und theologischer Ethiker in der Rechtswissenschaft verdient gemacht. So hat er in seiner Habilitationsschrift „Kirche und Öffentlichkeit“ den Anstoß zu einer „öffentlichen Theologie“ gegeben, die für die Verhältnisbestimmung von Kirche und Theologie einerseits und der Verfassungs- und Rechtsordnung andererseits grundlegend ist. Da „Freiheit“ (Liberty) zu den Schwerpunkten der FSU gehört, wird Hubers Überzeugung, dass das Christentum die Religion einer lebensdienlichen Frei- heit ist, in Jena besonders geschätzt. AB von links: Uni-Präsi- dent Prof. Dr. Walter Rosenthal, Prof. Dr. Dres. h. c. Wolfgang Huber, Prof. Dr. Dr. h. c. Pumla Gobodo- Madikizela, Prof. Dr. Walter Pauly (Dekan der Rechtswissen- schaftlichen Fakultät) und Prof. Dr. Manuel Vogel (Dekan der Theologischen Fakul- tät). Foto:Scheere

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