FORSCHUNG — 161 Das BMBF-Projekt „Bromacker“ erforscht die Evolution von Amphibien, welche vor etwa 290 Millionen Jahren begannen, von den feuchten Küstenebenen aus, meist entlang von Flussläufen, trockenere Regionen zu besiedeln. Die notwendigen physiologischen Anpassungen führten zu den Reptilien. Eine der dafür weltweit besten Fossil-Lagerstätten liegt quasi vor unserer Haustür im Thüringer Wald. Aus der Neukartierung der anstehenden Gesteine und zweier gut platzierter, gekernter Tiefbohrungen gelang es Postdoc Anna Pint, einem Doktoranden, sämtlichen Festangestellten der AG und zahlreichen Studierenden, die damaligen topographischen, hydrologischen und klimatischen Verhältnisse samt ihren Lebensspuren umfassend und detailliert zu beschreiben. Wir beteilig(t)en uns auch substantiell an den jährlichen wissenschaftlichen Ausgrabungen und an zahlreichen multimedialen Veranstaltungen, Ursaurier in Thüringen die bewusst die „wissenschaftliche Methode“ durch den Einsatz neuer Medien der Bevölkerung nahebringt. [2] Pint, A., Hildebrandt, A., Landwehrs, J., Feulner, G., Scholze, F., Nyakatura, J., Ispas, L., Grützner, C. & Frenzel, P. (2023): Contour marks as potential indicators of evaporation rates in the early Permian continental vertebrate site Bromacker (Thuringia, Central Germany). Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 628, 111749. Bio-UGS: Gezielte Biomethanisierung in Reservoirgesteinen Natürliche mikrobielle Aktivität kann in Porenräumen von Wasserstoff-Untergrundspeichern und in Gegenwart von CO2 Methan erzeugen, sogenannte Bio-Methanisierung. Das vom BMBF geförderte Projekt untersuchte die gezielte Nutzbarkeitsmachung dieses Prozesses. Im Jenaer Teilprojekt erfasste Dr. Pudlo die geologischen, mineralogischen, geo- und hydrochemischen und petrophysikalischen Eigenschaften von potentiellen geologischen Reservoiren, insbesondere in Deutschland, so dass aus ihnen digitale Modelle für Simulationen erstellt werden können, und führte umfangreiche Laborversuche zur Identifikation und zum Wachstums- und Stoffwechselverhalten mikrobieller Kulturen durch. Dabei berücksichtigte er auch Minerallösung und -bildung. Potentielle geeignete Standorte befinden sich wegen ihrer Reservoirdrucke, -temperaturen, Mineralbestände und niedrigen Fluidsalinitäten vor allem im Alpenvorland Süddeutschlands. Abb. 2. Kernaufnahme im Bohrkernlager des Landes Thüringen. Foto: C. Heubeck Die Gruppe um Dr. Voigt führt seit Jahren stratigraphische Geländearbeiten im Ili-Sedimentbecken des südöstlichen Kasachstans durch, welches die tektonische und klimatische Entwicklung Zentralasiens aufzeichnet. Die Bergzüge des Himalaya, Pamir und Tien Shan beeinflussen das Klima Eurasiens fundamental und verursachen teils katastrophale Erdbeben; die aktiven Strukturen sind jedoch schlecht bekannt. Geologische Kartierungen, Profilaufnahmen, Analysen der Schwerminerale sowie der Mächtigkeit und Fazies einzelner Einheiten weisen jedoch gut auf die Regionen und Zeiten von tektonischer Hebung und Erosion hin. Diese Arbeiten münden in studentischen Qualifikationsarbeiten, Publikationen und weiteren Forschungsanträgen. Tektonik Zentralasiens Abb. 3: Gefaltete Seeablagerungen des Miozän im Ili-Becken, Kasachstan. Foto: Th. Voigt
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