CHEMISCH-GEOWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT FAKULTÄTSBERICHT 2022-2024
Impressum Herausgeber: Redaktion, Layout und Satz: Mitarbeit: Redaktionsschluss: Berichtszeitraum: Auflage: Titelfotos: (Bildbeschreibung/Name FotografIn) AutorInnen der Texte: (Name des Autors/der Autorin alphabetisch und Name sowie Seitenzahlen des Kapitels) Der vorliegende Bericht achtet auf eine gendersensible Sprache, zur besseren Lesbarkeit wird jedoch an einigen Stellen nur die männliche Sprachform verwendet. Dabei ist selbstverständlich immer jegliches Geschlecht eingeschlossen. Dekanin der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena Humboldtstr. 11, 07743 Jena Tel.: 03641 9 48000 / Fax: 03641 9 48002 E-Mail: dekanatchemgeo@uni-jena.de Claudia Hilbert Claudia Recke, Carolin Thiel 31.12.2025 01.01.2022-31.12.2024 150 Stück Obere Reihe v.l.: Jahrestagung DGG 2024/Claudia Hilbert; Mitmach-Stand des Instituts für Geowissenschaften beim MINT-Festival Jena 2023/Carolin Thiel; Sonderausstellung Moon Impact in der ThULB/Birgit Kreher-Hartmann; Auszeichnung für Auszubildende Laura Bischof/Regina Floderer Mittlere Reihe v.l.: Thüringer Forschungspreis 2024 für Team um Andrey Turchanin/Nicole Nerger; Falko Langenhorst untersucht Bodenproben des Asteroiden Ryugu/Jens Meyer; Forschung am ThWIC/Jens Meyer; Besuch einer Schulklasse am Institut für Geowissenschaften/Claudia Hilbert Untere Reihe v.l.: Absolventenfeier 2024/Claudia Hilbert; Neubau CEEC Jena II und CEEC AWZ/Jens Meyer; Minister Tiefensee besichtigt EFRE-geförderte forschungsbezogene Infrastruktur an Uni Jena und Leibniz-IPHT/Leibniz-IPHT; Vor-Ort-Gespräche Studiengangreview Geographie/Claudia Hilbert Michael Bauer & Dania Rose-Sperling (Profillinie LIFE S. 35) Susanne Büchner (JSEC S. 38) Elisabeth Dietel & Timm Wilke (Schülerlabor und Lehrerfortbildungszentrum der AG Chemiedidaktik S. 188) Regina Floderer (Duale Berufsausbildung zum Chemielaborant S. 21) Michael Gottschaldt (JCSM S. 38) Martin Hager (CEEC Jena S. 36) Christian Helgert (ACP S. 36) Claudia Hilbert (Highlights S. 6-7; Absolventinnen, Absolventen und Alumni S. 22-23; Forschungsergebnisse und Publikationen in den Medien S. 26-30; Forschungsförderprogramme und Verbundvorhaben S. 44-54; Wirtschaft, Transfer und Kooperationen S. 56-59; Wissenschaftlicher Nachwuchs S.184-187; Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation S. 188-195; Internationales S. 196-198; Nachhaltigkeit S. 201; Personalia S. 202) Claudia Hilbert & Sven Krieck (Gleichstellung und Diversität S. 200) Claudia Hilbert & Claudia Recke (Forschungsprofil S. 24-25) Anke Hildebrandt (iDiv S. 37) Jana Hölzer (Profillinie LIGHT S. 34) Martin Jung (Profillinie LIBERTY S. 34) Anika Kirschstein & Michael Stelter (Thüringer Wasser-Innovationscluster S. 42-43) Phil Köhler (Röntgendiffraktometrie S. 182) Silvia Kolossa (Exzellenzcluster Balance of the Microverse S. 40-41) Nina Kukowski (Vorwort, S. 4-5, Moxa S. 180) Birgit Kreher-Hartmann (S. 181) Nils Schlörer (NMR-Plattform S. 182) Johannes Streitberger (KomRex S. 39) Rawan Tahboub (FZRB S. 36) Nico Ueberschaar (MS-Plattform S. 183) Ulrich Wegler (TSN S. 181) Für den Inhalt der Seiten über die einzelnen Arbeitsgruppen sind die jeweiligen ProfessorInnen bzw. ArbeitsgruppenleiterInnen verantwortlich. Wenn nicht anders angegeben, gilt für die Abbildungen in den Forschungsberichten der Arbeitsgruppen als Bildnachweis die jeweilige Arbeitsgruppe. Einige Texte basieren auf den im Berichtszeitraum veröffentlichten Pressemitteilungen insbesondere der Friedrich-Schiller-Universität Jena, z. T. aber auch von Partnereinrichtungen. Dies betrifft vor allem die Texte in den Kapiteln „Forschungsförderprogramme und Verbundvorhaben“, „Forschungsergebnisse und Publikationen in den Medien“, „Wissenschaftlicher Nachwuchs“, „Wirtschaft, Transfer und Kooperationen“ und „Internationales“.
INHALT 3 Vorwort 4 Highlights 2022-2024 6 Die Fakultät im Überblick 8 Studium, Lehre und Berufsausbildung 10 Eckpunkte der aktuellen Entwicklung 10 Herausforderungen und Rahmenbedingungen in der Lehre 10 Studierendenzahlen 13 Studiengangentwicklung und Qualitätssicherung 14 Duale Berufsausbildung zum Chemielaborant (m/w/d) 21 Absolventinnen, Absolventen und Alumni 22 Forschung 24 Forschungsprofil 24 Forschungsergebnisse und Publikationen in den Medien (Beispiele) 26 Publikationen 31 Beteiligung an Profillinien und interfakultären Forschungszentren 34 Forschungsförderprogramme und Verbundvorhaben 40 Wissenschaftliche Tagungen und Veranstaltungen 55 Wirtschaft, Transfer, Kooperationen 56 Forschungsberichte der Institute 60 Institut für Anorganische und Analytische Chemie (IAAC) 60 Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie (IOMC) 78 Institut für Physikalische Chemie (IPC) 104 Institut für Technische Chemie und Umweltchemie (ITUC) 120 Otto-Schott-Institut für Materialforschung (OSIM) 132 Institut für Geographie (IGG) 140 Institut für Geowissenschaften (IGW) 158 Wissenschaftliche Einrichtungen und Services 180 Wissenschaftlicher Nachwuchs 184 Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation 188 Angebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte 188 Angebote für die interessierte Öffentlichkeit 192 Internationales 196 Internationale Studierende und internationale Netzwerke 196 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler 199 Gleichstellung und Diversität 200 Nachhaltigkeit 201 Personalia 202 Berufungen und Pensionierungen 202 Preise 203 Funktionen 204 Personen A-Z 206 Abkürzungen 214
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit ihrer breiten Verankerung in den Naturwissenschaften sowie über entsprechende Professuren in der Geographie auch in die Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften ist die ChemischGeowissenschaftliche Fakultät (CGF) eine der Fakultäten der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der größten Diversität hinsichtlich ihres Lehr- und Forschungsprofils. Deshalb zeichnet sich unsere Fakultät durch eine ungewöhnlich starke Vernetzung aus. Wir kooperieren erfolgreich mit fast allen anderen Fakultäten der Universität sowie mit einer Vielzahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen vor Ort und im weiteren Umfeld. Der vorliegende Bericht für die Jahre 2022 bis 2024 ist der mittlerweile fünfte Fakultätsbericht der CGF, dessen bewährtes Layout und Format inzwischen etliche Nachahmer gefunden haben. Anders als seine direkten Vorgänger entstand dieser Bericht unabhängig von einem Besuch des Fakultätsbeirats. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, einen Dreijahreszeitraum zu betrachten. Diese Zeitspanne ist lang genug, um tiefgreifende Entwicklungen abzubilden, ohne die Arbeitsgruppen organisatorisch zu überlasten. Gleichzeitig stellt sie sicher, dass sich auch Nachwuchsgruppen und temporäre Einrichtungen der CGF adäquat präsentieren können. Kurzfassung Im Berichtszeitraum konnten Mitglieder der CGF etliche wissenschaftliche Erfolge verzeichnen, zu denen der Beginn oder die Verlängerung großer DFG- oder BMBF-geförderter Verbundhaben gehört. Gleichzeitig gibt es große Herausforderungen: Dazu gehören die sinkenden Studierendenzahlen, die die CGF ebenso wie viele Fakultäten am Ort sowie bundesweit erlebt. Dem wirken wir entgegen, in dem wir bestehende Studiengänge modernisieren sowie neue Studiengänge und Lehrformate konzipieren und etablieren. Entwicklungen in der Lehre Während der Gespräche mit dem Fakultätsbeirat im Herbst 2022 lag der Fokus auf den Entwicklungen in der Lehre sowie dem Studiengangprofil der CGF. Hier haben wir mögliche Wege zur Studierendengewinnung, die Ausweitung der Internationalisierung des Studiengangportfolios durch die Umstellung von mehr Masterstudiengängen auf die englische Sprache sowie die Entwicklung neuer Studienganginitiativen diskutiert. Dabei erhielt die CGF Lob vor allem in Hinsicht auf ihr Studienangebot. Gleichzeitig diskutierten wir aber auch die stark schwankenden Einschreibungszahlen, den allgemeinen Trend zu geringeren Studierendenzahlen – nicht zuletzt bedingt durch demografische Entwicklungen. Eine weitere Möglichkeit, die Internationalität von Studiengängen zu erhöhen, sehen wir darin, innerhalb deutschsprachiger Studiengänge mehr Module in englischer Sprache anzubieten, und so die Attraktivität für Erasmus-Studierende zu erhöhen. Gleichzeitig können Studierende deutschsprachiger Bachelorstudiengänge so niederschwellig testen, ob sie einen internationalen Masterstudiengang wählen möchten. Ein wesentlicher Meilenstein war der Start der Studiengangreviews für die Cluster Geographie, Geowissenschaften und Chemie im Jahr 2023. Das Jahr 2024 markierte hierbei einen ersten Höhepunkt mit den Vor-Ort-Gesprächen im Cluster Geographie, dicht gefolgt vom Auftakt des Reviews im Cluster Geowissenschaften. Diese Prozesse nutzen wir gezielt, um unsere Lehre zukunftsfähig aufzustellen und den teils schwer nachvollziehbaren bürokratischen Kapazitätsberechnungen gelebte Lehrqualität gegenüberzustellen. Exzellente Forschung an der CGF Im Bereich der Forschung blickt die ChemischCGF auf Jahre zurück, in denen gleich drei SFBs 4 — VORWORT Dekanin Prof. Dr. Nina Kukowski. Foto: Anne Günther VORWORT
VORWORT — 5 erfolgreich verlängert werden konnten. Zudem wirken Mitglieder der CGF federführend in beiden Exzellenzclustern sowie in allen drei Profillinien der Friedrich-Schiller-Universität mit. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Thüringer Wasser-Innovationscluster (ThWIC) adressiert zudem das Zukunftsthema Wasser in all seinen Facetten und fungiert, da alle drei Fachgruppen der CGF beteiligt sind, als interdisziplinärer Nukleus für die gesamte Fakultät. Eine Brücke zur Medizin und zur Citizen Science hingegen schlägt der ebenfalls BMBF-geförderte Verbund wecare. Auch strukturell hat sich die Fakultät in der Forschung deutlich weiterentwickelt: Mit dem Helmholtz-Institut für Polymere in Energieanwendungen (HIPOLE Jena) wurde ein neues Institut in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) gegründet. Im Berichtszeitraum konnten wir an diesem drei Professuren im Rahmen gemeinsamer Berufungen besetzen. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2024 den Forschungsneubau des Center for Energy and Environmental Chemistry Jena (CEEC II) feierlich eröffnet; mehrere Arbeitsgruppen haben das neue Gebäude bereits bezogen. Strategische Entwicklungen Mit der Neubesetzung der Professur für Anorganische Chemie begann eine vollständige Neustrukturierung der Anorganischen Chemie im Institut für Anorganische und Analytische Chemie (IAAC). Auch haben wir durch die Ernennung von Honorarprofessuren die Vernetzung mit den Jenaer Max‑Planck‑Instituten für chemische Ökologie und Biogeochemie deutlich verstärkt. Gleichzeitig haben wir neue, intensivere Kooperationen mit der Bundesanstalt für Materialforschung und ‑prüfung (BAM) und dem Institut für Biochemie und Analytik (iba) etabliert, die durch gemeinsame Berufungen weiter gefestigt werden. Gegen Ende des Berichtszeitraums wurde ein partizipativer Prozess zur Erarbeitung eines umfassenden Zukunftskonzepts für die gesamte Fakultät initiiert. Ziel dieses Konzepts ist es, eine Auf der Sitzung des Fakultätsrates am 18. Oktober 2023 wurde Prof. Dr. Nina Kukowski (Foto S. 4; Institut für Geowissenschaften) zur Dekanin gewählt. Vervollständigt wird die Fakultätsleitung durch Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek als Prodekan (Foto links; Otto-SchottInstitut für Materialforschung) und Prof. Dr. Sebastian Henn als Studiendekan (Foto rechts; Institut für Geographie). Die Amtszeit des Dekanats beträgt drei Jahre. Neuwahl des Dekanats im Herbst 2023 Fotos [2]: Anne Günther langfristige Strategie für Forschung, Lehre, Internationalisierung und Transfer zu definieren. Durch die gezielte Einbindung von Vertreterinnen und Vertretern aus sämtlichen Instituten der Fakultät im Sinne eines erweiterten Dekanats stellen wir sicher, dass die strategische Roadmap von der gesamten Gemeinschaft mitgestaltet und getragen wird. Die finale Ausarbeitung und Implementierung dieses Zukunftskonzepts werden die Agenda der kommenden Berichtsperiode maßgeblich prägen. Die Gebäudesituation für Teile der Fachgruppe Chemie hat sich im Berichtszeitraum deutlich verbessert. Doch die Unterbringungen der Fachgruppen Geographie und Geowissenschaften in sanierungsbedürftigen und zu kleinen Gebäuden bleibt ein oft auch vom Fakultätsbeirat angesprochenes, aber weiterhin ungelöstes Problem. Dieses geht mit der Verteilung der Arbeitsgruppen dieser Institute über mehrere Gebäude und in Streulage einher, was sowohl die Kooperation innerhalb der CGF als auch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fakultäten deutlich aufwändiger macht. Die aktive Gewinnung von Studierenden sowie die Information der Medien und der Öffentlichkeit über aktuelle Forschungsergebnisse sind heute unverzichtbar: Dafür haben wir Formate wie etwa die Samstagsvorlesungen und das vielfältige Engagement bei der Langen Nacht der Wissenschaften sowie dem MINT-Festival Jena etabliert. Gemeinsame Projekte mit Partnern aus der freien Wirtschaft sowie Ausgründungen befördern den Transfer in die Wirtschaft. Unsere hier angesprochenen aktuellen Entwicklungen werden im Bericht ausführlich dargestellt. Auch können Sie sich auf die Highlights aus den zahlreichen Arbeitsgruppen der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät sowie der zur Fakultät gehörenden Einrichtungen freuen. Wir wünschen Ihnen viel Freude und neue Erkenntnisse bei einer spannenden Lektüre! Das Dekanat
6 — HIGHLIGHTS HIGHLIGHTS 2022-2024 Positive Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft: Die drei Sonderforschungsbereiche „SFB/TRR 234CataLight“, „SFB 1127 ChemBioSys“ und „SFB 1375 NOA“ werden jeweils für weitere vier Jahre gefördert. Für ChemBioSys ist es bereits die dritte, für die beiden anderen SFBs die zweite Förderphase. CataLight, ein Verbundvorhaben gemeinsam mit der Universität Ulm, erforscht nachhaltige Verfahren für die lichtgetriebene Wasserspaltung. ChemBioSys untersucht chemische Mediatoren und ihre Funktionen in komplexen Biosystemen. Bei NOA stehen nichtlineare optische Prozesse der LichtMaterie-Wechselwirkung im Mittelpunkt. Mehr zu den drei Sonderforschungsbereichen ab S. 45 Mehr zu weiteren Verbundvorhaben ab S. 47 Im Rahmen des Qualitätssicherungssystems der Friedrich-SchillerUniversität Jena wurden 2019 periodische Studiengangreviews als zentrales Instrument zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre eingeführt. Diese zyklischen Überprüfungen dienen einer umfassenden Analyse der Stärken und Entwicklungspotenziale der Studiengänge und sind eng mit deren Re-Akkreditierung verknüpft. Im Frühjahr 2023 startete der Reviewprozess für sechs Studiengänge im Fach Geographie. Nach einer umfangreichen Selbstdokumentation folgten Vor-OrtGespräche mit den Gutachterinnen und Gutachtern im Mai 2024 (Foto) und ein Abschlussgespräch mit dem Universitätspräsidium im Juni 2025. Die Studiengänge im Fach Geographie sind damit für die kommenden acht Jahre re-akkreditiert. Mehr über den Studiengangreview Geographie ab Seite 16 Foto: Claudia Hilbert Bilder: SFBs CataLight, ChemBioSys, NOA FORSCHUNG: „CataLight“, „ChemBioSys“ und „NOA“ gehen in die Verlängerung Die Erforschung neuer, zukunftsweisender Ansätze einer sicheren und nachhaltigen Wasserversorgung wird in Thüringen langfristig gefördert. Der von der Universität Jena, dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS und der Ernst‐Abbe‐Hochschule Jena initiierte „Thüringer Wasser-Innovationscluster“ (ThWIC) hat sich in der Endrunde des Clusters4Future-Wettbewerbs durchgesetzt und wird seit 2023 vom Bundesforschungsministerium gefördert. Insgesamt fließen für neun Jahre bis zu 45 Millionen Euro Fördermittel in die Entwicklung neuer Wassertechnologien und die Erforschung des gesellschaftlichen Umgangs mit der knapper werdenden Ressource. 28 Partner aus Forschung, Industrie und Verbänden sind am ThWIC beteiligt; koordiniert wird der Cluster von Prof. Dr. Michael Stelter (Foto). Mehr über den Thüringer Wasser-Innovationscluster ab Seite 42 FORSCHUNG: ThWIC vereint Spitzenforschung zu zentralen Aspekten der Wassernutzung Foto: Jürgen Scheere STUDIUM & LEHRE: Studiengänge im Fach Geographie erfolgreich re-akkreditiert
HIGHLIGHTS — 7 Die Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) haben am 1. Juli 2023 das „Helmholtz-Institut für Polymere in Energieanwendungen Jena“ (HIPOLE Jena) gegründet. Ziel von HIPOLE Jena ist die Entwicklung von nachhaltigen Polymermaterialien für Energietechnologien, die rasch in die Anwendung gebracht werden können. Gründungsdirektor und Sprecher von HIPOLE ist Prof. Dr. Ulrich S. Schubert; Co-Sprecherin ist Prof. Dr. Yan Lu. HIPOLE Jena ist im Neubau des CEEC II und des AWZ CEEC Jena untergebracht, der im April 2024 eröffnet wurde. Mehr zu HIPOLE Jena und weiteren Aktivitäten im Bereich Wirtschaft, Transfer, Kooperationen ab Seite 56 WIRTSCHAFT, TRANSFER, KOOPERATIONEN: Neues Helmholtz-Institut in Jena gegründet 2023 nahm die ELLIS Unit Jena ihre Arbeit auf. Diese ist Teil des „European Laboratory for Learning and Intelligent Systems“ (ELLIS) — einem paneuropäisches Exzellenznetzwerk, dessen Ziel es ist, die internationale Führungsrolle Europas im Bereich der KI zu sichern, indem es Spitzenforscherinnen und -forscher auf diesem Gebiet miteinander vernetzt und ein multizentrisches KI-Forschungslaboratorium schafft. Die ELLIS Unit Jena wird von der Universität Jena, dem DLR-Institut für Datenwissenschaften und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie getragen. Mehr Internationales ab Seite 196 DIE FAKULTÄT IN DER ÖFFENTLICHKEIT: LNDW Jena und 3. MINT-Festival Jena 2023 Die Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation sind vielfältig und oft von individuellem Engagement der Fakultätsangehörigen getragen. Besondere Highlights sind Großveranstaltungen wie das MINT-Festival Jena (Foto) und die Lange Nacht der Wissenschaften (LNDW), die jeweils im Wechsel stattfinden und bei denen sich die Fakultät seit vielen Jahren umfangreich inhaltlich beteiligt. Beim MINT-Festival Jena gehört die Fakultät zudem zu den Ausrichtern. Die dritte Auflage des Wissenschaftsfestivals im September 2023 besuchten rund 1500 Schülerinnen und Schüler pro Tag. Mehr Aktivitäten im Bereich Wissenschaftskommunikation ab Seite 188 Bild: HIPOLE Jena Foto: Claudia Hilbert Foto: Jens Meyer PREISE: Gleich 2x Thüringer Forschungspreis „Angewandte Forschung“ für Fakultätsmitglieder 2023 haben Prof. Dr. Benjamin Dietzek-Ivanšić, Dr. Linda Zedler und Dr. Carolin Müller von Universität Jena und Leibniz-IPHT den Thüringer Forschungspreis in der Kategorie „Angewandte Forschung“ erhalten. Sie wurden ausgezeichnet für die Entwicklung optischer Methoden zur Beobachtung von Photokatalyse-Prozessen in bisher unerreichter zeitlicher Auflösung und Genauigkeit. 2024 erhielt Prof. Dr. Andrey Turchanin den Preis gemeinsam mit Dr. Falk Eilenberger, Dr. Antony George, und Dr. Christof Neumann (Foto, v.l.) — und zwar für seine herausragende Innovationsarbeit auf dem Gebiet der 2D-Materialien. Mehr Preise und Auszeichnungen auf Seite 203 Foto: Wolfram Scheible/ELLIS INTERNATIONALES: ELLIS Unit Jena gestartet
8 — DIE FAKULTÄT IM ÜBERBLICK DIE FAKULTÄT IM ÜBERBLICK DEKANAT INSTITUTE Institut für Anorganische und Analytische Chemie (IAAC) Sprecher des Direktoriums: Prof. Dr. Winfried Plass Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie (IOMC) Direktorium: Prof. Dr. Ulrich S. Schubert (Sprecher), Prof. Dr. Thomas Heinze, Prof. Dr. Kalina Peneva Institut für Physikalische Chemie (IPC) Direktor: Prof. Dr. Jürgen Popp Institut für Technische Chemie und Umweltchemie (ITUC) Direktor: Prof. Dr. Andrea Balducci Otto-Schott-Institut für Material-forschung (OSIM) Direktor: Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek Institut für Geographie (IGG) Direktorin: Prof. Dr. Mirka Dickel Institut für Geowissenschaften (IGW) Direktorium: Prof. Dr. Thorsten Schäfer (Sprecher), Prof. Dr. Falko Langenhorst, Prof. Dr. Ulrich Wegler FORSCHUNGSZENTREN Abbe Center of Photonics (ACP) Geschäftsführende Direktorin: Prof. Dr. Stefanie Gräfe Center for Energy and Environmental Chemistry (CEEC Jena) Vorsitzender Direktor: Prof. Dr. Ulrich S. Schubert Center of Medical Optics and Photonics (CeMOP) Sprecher: Prof. Dr. Carsten Hoffmann (Medizinische Fakultät) Forschungszentrum für Religion und Bildung (FZRB) Direktor: Prof. Dr. Michael Wermke (Theologische Fakultät) Jena Center for Soft Matter (JCSM) Sprecher: Prof. Dr. Ulrich S. Schubert Michael Stifel Center Jena for Data-Driven and Simulation Science (MSCJ) Geschäftsführende Direktorin: Prof. Dr. Birgitta König-Ries (Fakultät für Mathematik und Informatik) Schumpeter-Zentrum zur Erforschung des sozialen und ökonomischen Wandels (JSEC) Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Uwe Cantner (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät) Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) Direktor: Prof. Dr. Tobias Rothmund (Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften) BEAUFTRAGTE Gleichstellungsbeauftragter Dr. Sven Krieck (seit 10/22) Sicherheitsbeauftragter Dr. Rainer Kilian Beauftragter für Gefahrstoffe und Umweltschutz PD Dr. Dieter Weiß GREMIEN Fakultätsrat Fakultätsbeirat Studienkommission Prüfungsausschüsse Studiengangverantwortliche Gleichstellungskommission WISSENSCHAFTLICHE EINRICHTUNGEN Geodynamisches Observatorium Moxa MS-Plattform NMR-Plattform Röntgendiffraktometrie Thüringer Seismologisches Netz Wetterstation Jena Wissenschaftliche Werkstätten SAMMLUNGEN Mineralogische Sammlung Weitere geowissenschaftliche Sammlungen Geologische Sammlung, Kartensammlung, Lehrsammlung zu Modellen zur Mineralogie, historische Sammlung geophysikalischer/ seismologischer Geräte Sammlung Glas und Anorganische Werkstoffe FACHSCHAFTEN FSR Chemie FSR Geographie FSR Geowissenschaften ZENTRALE FAKULTÄTSVERWALTUNG Fakultätsgeschäftsführung: Claudia Recke Promotions- und Habilitationsstelle Leitung: Claudia Recke; Mitarbeiterin: Stefanie Drechsel Studien- und Prüfungsamt Leitung: Dr. Kristina Dubnack; Mitarbeiterin: Anke Rotte Qualitätssicherung Studium und Lehre Carolin Thiel Öffentlichkeitsarbeit Claudia Hilbert Ausbilderin Chemielaborant/in Regina Floderer FÖRDERVEREINE UND FACHVERBÄNDE Verein zur Förderung der Geowissenschaften e.V. Gesellschaft zur Förderung der Chemie in Jena e.V. Gesellschaft Deutscher Chemiker, Ortsverband Jena Gesellschaft Deutscher Chemiker, JungChemikerForum Jena Dekanin: Prof. Dr. Nina Kukowski Prodekan: Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek Studiendekan: Prof. Dr. Sebastian Henn Stand: Dezember 2024
DIE FAKULTÄT IM ÜBERBLICK — 9 Legende 1 Dekanat, Studien- und Prüfungsamt 2 IAAC 3 Döbereiner Hörsaal 4 IOMC 5 Verfügungsbau Lessingstr. 8 6 IPC 7 ITUC; CEEC Jena I 8 CEEC Jena II, AWZ CEEC Jena 9 Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) 10 OSIM (Standort Fraunhoferstr. 6) 11 IAAC/AG Chemiedidaktik 12 IGG (Standort Löbdergraben 32) 13 IGG (Standort Leutragraben 1) 14 IGW (Standort Burgweg 11) 15 IGW (Standort Wöllnitzer Str. 7) 16 IGW/ Mineralogische Sammlung 17 ACP 18 Universitätshauptgebäude 19 Campus Ernst-Abbe-Platz 1 15 12 14 3 2 11 4 10 6 7 19 18 9 Karte: DominoPlus Jena 16 17 8 13 5
STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG An der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät (CGF) waren im Berichtszeitraum durchschnittlich ca. 1.700 Studierende pro Semester eingeschrieben, davon waren im Mittel 44 Prozent weiblich; rund 8 Prozent verfügten über eine außerhalb von Deutschland erworbene Hochschulzugangsberechtigung. Detaillierte Statistiken finden sich auf den Seiten 11, 13, 196 und 200. Die Fakultät bietet im Wintersemester 2024/25 insgesamt 23 Studiengänge in den Fachrichtungen Chemie, Geographie und Geowissenschaften an, davon sechs Bachelor-, neun Master-, vier Lehramtsstudiengänge und vier Lehramtsstudiengänge für Erweiterungsprüfungen (Details siehe Kasten S. 11). Des Weiteren ist die CGF maßgeblich an den Studiengängen des Bachelors und Masters Werkstoffwissenschaften (Physikalisch-Astronomische Fakultät) beteiligt und stellt eine Vielzahl an Lehrveranstaltungen in zahlreichen weiteren Studiengängen der Friedrich-Schiller-Universität, u. a.: Economics (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), Angewandte Informatik (Fakultät für Mathematik und Informatik), Biochemie, Biologie, Pharmazie (Fakultät für Biowissenschaften), Humanmedizin, Medical Photonics (Medizinische Fakultät). Eckpunkte der aktuellen Entwicklung 10 — STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG Herausforderungen und Rahmenbedingungen in der Lehre Entwicklung der Studierendenzahlen Die Zahl der Studierenden im ersten Fachsemester der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät blieb im Berichtszeitraum insgesamt auf einem vergleichbaren Niveau (Studienjahr 2021/22: 528; 2022/23: 480; 2023/24: 495; 2024/25: 428). Besonders erfreulich entwickelte sich der Bachelorstudiengang Geographie, der in den vergangenen drei Studienjahren kontinuierlich steigende Immatrikulationszahlen verzeichnen konnte. Auch der Bachelorstudiengang Geowissenschaften weist weiterhin eine hohe Nachfrage auf, insbesondere im Sommersemester. Diese relativieren sich dadurch, dass der Studiengang nur einer von sehr wenigen grundständigen Studiengängen an der Universität ist, der auch zum Sommersemester immatrikuliert. Ein großer Teil dieser Studierenden nutzt eine Immatrikulation in den B.Sc. Geowissenschaften als Überbrückung bis zum Wintersemester oder als Wartesemester für zulassungsbeschränkte Studiengänge. Damit lässt sich die Abbruchquote erläutern, wonach nur rund 10 Prozent der Sommersemester-Eingeschriebenen das vierte Fachsemester erreichen. Gleichzeitig zeigen sich – wie an vielen Hochschulen – Veränderungen bei den ImmatrikulatiZwei Studierende schauen sich einen Flyer zum Bachelorstudiengang Geographie an: Die Immatrikulationszahlen stiegen im Berichtszeitraum leicht an von 40 Studierende im 1. Fachsemester im Studienjahr 2021/22 auf 50 Studierende im Studienjahr 2024/25. Details siehe Diagramm auf Seite 11. Foto: Christoph Worsch
STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG — 11 Die Zahlen beziehen sich auf Studienfälle; genannt sind nur die Studiengänge, die an der CGF verwaltet werden. Datenquelle: Dezernat 1 der Universität Jena Studienangebot der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät Genannt sind an der Fakultät verwaltete Studiengänge BACHELOR − B.Sc. Biogeowissenschaften (gemeinsamer Studiengang mit der Fakultät für Biowissenschaften) − B.Sc. Chemie − B.Sc. Geographie − B.Sc. Geowissenschaften − B.A. Geologie (Ergänzungsfach) − B.A. Humangeographie (Ergänzungsfach) MASTER − M.Sc. Biogeowissenschaften (gemeinsamer Studiengang mit der Fakultät für Biowissenschaften) − M.Sc. Chemie − M.Sc. Chemische Biologie − M.Sc. Chemie-EnergieUmwelt − M.Sc. Chemistry of Materials − M.Sc. Geographie - Schwerpunkt Klima- und Umweltwandel − M.Sc. Geographie - Schwerpunkt Migration, demographischer Wandel und regionale Entwicklung − M.Sc. Geoinformatik − M.Sc. Geowissenschaften − M.Sc. Umwelt- und Georessourcenmanagement (Kooperationsstudiengang mit der Ernst-AbbeHochschule Jena) LEHRAMT − Chemie für Regelschule (Staatsexamen) − Chemie für Regelschule (Erweiterungsprüfung) − Chemie für Gymnasium (Staatsexamen) − Chemie für Gymnasium (Erweiterungsprüfung) − Geographie für Regelschule (Staatsexamen) − Geographie für Regelschule (Erweiterungsprüfung) − Geographie für Gymnasium (Staatsexamen) − Geographie für Gymnasium (Erweiterungsprüfung)
Voller Hörsaal zu den Studieneinführungstagen 2024. Foto: Nicole Nerger 12 — STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG onszahlen einzelner Studiengänge. Insbesondere in einigen Masterstudiengängen gingen die Anfängerzahlen zurück. Diese Entwicklung steht unter anderem im Zusammenhang mit den niedrigeren Bachelorabschlusszahlen an der Fakultät infolge der Corona-Pandemie (2020-2021). Auch in den beiden Lehramtsfächern der Fakultät gingen die Einschreibungen zurück, insbesondere im Fach Chemie. Die Fakultät beobachtet diese Entwicklungen kontinuierlich und entwickelt ihre Studienangebote gezielt weiter. Insgesamt erwarben an der CGF im Prüfungsjahr 2021 253 Studierende, im Jahr 2022 271 Studierende und im Jahr 2023 275 Studierende einen Bachelor-, Master- oder Staatsexamensabschluss (siehe Diagramm Seite 11). Einsparungen bei Lehrauftragsmitteln Zur Ergänzung des Lehrangebots – in Ausnahmefällen auch zu dessen Sicherung – können vergütete Lehraufträge an externe Lehrbeauftragte vergeben werden. Diese bringen häufig zusätzliche fachliche oder berufspraktische Expertise in die Lehre ein und erweitern das Studienangebot um Inhalte, die durch die an der Universität vorhandene Lehrkompetenz nicht oder nur eingeschränkt abgedeckt werden können. Im Zuge der Sparmaßnahmen an der Universität Jena wurde das universitätsweite Budget für Lehraufträge zum Wintersemester 2024/25 um ein Drittel gekürzt. Die begrenzten finanziellen Spielräume können dazu führen, dass einzelne Lehraufträge künftig nicht mehr realisiert werden können. Die Fakultät ist daher gefordert, die vorhandenen Mittel möglichst wirkungsvoll einzusetzen und zugleich die Qualität und Vielfalt des Lehrangebots zu sichern. Streichung zentraler Mittel für Tutorinnen und Tutoren zur Unterstützung der Studieneinführungstage Im Zuge der Sparmaßnahmen an der Uni Jena sind mit dem Wintersemester 2024/25 die bis dato vorhandenen zentralen Mittel für die Finanzierung des studentischen Tutoren-Programms zu den Studieneinführungstagen entfallen. Das Programm unterstützte bislang zentral Studienanfängerinnen und -anfänger bei ihrem Einstieg ins Studium. Durch den direkten Austausch mit Studierenden höherer Semester konnten bei den Studienanfängerinnen und -anfängern organisatorische Fragen geklärt, erste Orientierungshilfen gegeben und soziale Netzwerke aufgebaut werden. Mit dem Wegfall der dauerhaften zentralen Finanzierung hat die Fakultät die Entscheidung getroffen, die Finanzierung ab dem Wintersemester 2025/26 aus eigenen Mitteln fortzuführen.
STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG — 13 Studierendenzahlen Datenquelle: Dezernat 1 der Uni Jena.
14 — STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG Reformen und Neuerungen im Studienangebot In der Ziel- und Leistungsvereinbarung zwischen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft für die Jahre 2021 bis 2025 ist festgelegt, dass das Lehramtsstudium für die Sekundarstufen I und II überarbeitet und um Inhalte in den Bereichen Inklusion, Multiprofessionalität und digitale Lernkultur erweitert werden soll. Flankierend ist die Einrichtung neuer Professuren in diesen Bereichen vorgesehen. Weiterhin soll das Lehramtsstudium Regelschule (Sekundarstufe I) im Umfang dem Lehramtsstudium Gymnasium angepasst und somit von bisher 270 ECTS und 9 Semestern auf 300 ECTS und 10 Semestern erhöht werden (nachfolgend als „Regelschule 300“ bezeichnet), was universitätsweit mit der Überarbeitung von 16 Studiengängen der Abschlüsse für Sekundarstufe I und 22 Studiengängen der Abschlüsse Sekundarstufe II einhergeht. Für die CGF bedeutete dies eine Überarbeitung der Curricula ihrer vier grundständigen Lehramtsstudiengänge (Chemie und Geographie für Regelschule und Gymnasium). Die Anpassungen erfolgten schrittweise: Zunächst wurden 2022 die Studiengänge für das Lehramt an Regelschulen überarbeitet, 2024 folgten die Studiengänge für das Lehramt an Gymnasien. Damit konnten die neuen Inhalte zu Inklusion, Multiprofessionalität und digitaler Lernkultur in allen Lehramtsstudiengängen verankert werden. Zum Wintersemester 2024/25 erfolgten erstmals Immatrikulationen in das reformierte Lehramtsstudium „Regelschule 300“. Die Studierendenzahlen bewegten sich dabei jedoch weiterhin auf einem ähnlichen niedrigen Niveau wie in den bisherigen Lehramtsstudiengängen, sodass die mit der Reform angestrebte Steigerung der Immatrikulationszahlen bislang noch nicht erreicht werden konnte. Aus den 2021 getroffenen Handlungsempfehlungen der Studienkommission (siehe Fakultätsbericht 2019-2021) erfolgte in den Jahren 20212023 die Überarbeitung der Studiengänge M.Sc. Chemie-Energie-Umwelt und Chemistry of Materials, jeweils verbunden mit einer Neufassung der Studienordnung. Der Masterstudiengang Chemie-EnergieUmwelt wurde im Rahmen der Handlungsempfehlungen der Studienkommission (siehe Fakultätsbericht 2019-2021) bis 2023 überarbeitet. Basierend auf einer Zwischenbilanzbefragung wurden verschiedene Anpassungen vorgenommen. Im ersten Semester ermöglichen künftig neue Anpassungsmodule eine flexiblere Gestaltung je nach Bachelorabschluss. Die Lehrstruktur wurde optimiert, indem Praktika und Exkursionen umverteilt und kleinere Pflichtmodule reduziert wurden, um die Belastung im zweiten Semester zu verringern. Zudem wurde der Prüfungsumfang angepasst, unter anderem durch eine veränderte ECTS-Verteilung und der Integration eines Fachvortrags während der letzten beiden Monate der Anfertigung der Masterarbeit. Zur Förderung überfachlicher Kompetenzen wurden ein Modul zum Thema Datenmanagement importiert sowie die Möglichkeit geschaffen, zusätzliche Schlüsselqualifikationen aus dem universitätsweiten Curriculum im Umfang von 5 ECTS zu erwerben. Im Zuge der Internationalisierung wurde eine Kooperation mit der Universität Nantes initiiert. Die genannten Maßnahmen sollen zu einer verbesserten Studierbarkeit und einer individuelleren Gestaltung des Studienverlaufs beitragen. Immatrikulationen in den reformierten Studiengang erfolgten erstmals zum Wintersemester 2023/24. Die Evaluierung des englischsprachigen Masterstudiengangs Chemistry of Materials wurde im Rahmen der Zielvereinbarung zwischen Präsidium und Fakultät zur Qualitätssicherung 2019 beschlossen. Basierend auf Erfahrungen aus dem Lehrbetrieb und des Studierendenfeedbacks wurden Anpassungen vorgenommen. Wichtige Änderungen umfassen den Wegfall der Anpassungsmodule im ersten Semester zugunsten von vier Pflichtmodulen: ein Modul zur Physikalischen Chemie, ein Modul zur Materialchemie, ein Modul als Laborpraktikum zur Synthetisierung und Charakterisierung sowie ein Modul zum Spracherwerb, vorzugsweise der Sprache Deutsch. Wahlpflichtmodule wurden zeitlich umstrukturiert und im Gesamtumfang von 5 auf 15 ECTS erhöht. Die bisherigen zwei Projektmodule wurden durch ein individuelles Forschungspraktikum ersetzt. Zudem erfolgt die Verteidigung der Masterarbeit nun innerhalb der letzten zwei Monate der Anfertigung als Fachvortrag, um Studienzeitverzögerungen zu vermeiden. Die Zulassungsbedingungen zum Studiengang wurden insoweit verschärft, als künftig ein Bachelorabschluss mit der Note 1,9 oder besser erforderlich ist. Immatrikulationen in den reformierten Studiengang erfolgen seit dem Wintersemester 2023/24. Im Masterstudiengang Chemische Biologie wurden die Modulbeschreibungen überarbeitet. Darüber hinaus wurden eigens für den StudienStudiengangentwicklung und Qualitätssicherung
STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG — 15 gang erstellte Module durch die entsprechenden Originalmodule aus anderen Studiengängen ersetzt. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle (keine Doppelbelegung von Modulen mit verschiedenen Codes) und Verwaltung der Prüfungsergebnisse bei Lehrenden und trägt zu einer Gleichbehandlung unter den Studierenden unterschiedlicher Studiengänge bei (zuvor ungleiche ECTS-Verteilung bei gleichem Workload). Das überarbeitete Modulangebot wird seit Sommersemester 2024 angeboten. Im Masterstudiengang Umwelt- und Georessourcenmanagement äußerten die Studierenden den Wunsch nach einer Erweiterung der Wahlmöglichkeiten um zusätzliche Module aus angrenzenden Studiengängen. Diese Möglichkeit wurde im Umfang von 6 ECTS eingeführt. Studierende können seit Juni 2022 Anträge an den Prüfungsausschuss stellen. Seit Ende 2023 befindet sich der Masterstudiengang Biogeowissenschaften in einer grundlegenden Überarbeitung. Dieser soll künftig stärker als bislang aktuelle Herausforderungen des Landnutzungs- und Klimawandels in den Blick nehmen, die experimentelle Infrastruktur und Forschungsergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich AquaDiva stärker integrieren und sich an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und dem European Green Deal orientieren. Um eine größere Sichtbarkeit zu gewährleisten und Studierendenzahlen zu erhöhen, erfolgen eine Umstellung auf ein ausschließlich englischsprachiges Curriculum und eine gezielte Vorbereitung der Studierenden auf die Anforderungen des globalen Arbeitsmarktes sowie die englischsprachige Wissenschafts- und Forschungswelt. Voraussichtlich soll der Studiengang zum Wintersemester 2026/27 starten. Qualitätssicherung an der Fakultät Im Jahr 2023 verabschiedete die CGF eine Neufassung ihres Qualitätssicherungskonzeptes (vgl. Grafik S. 15). Es beschreibt die Rollen und Zuständigkeiten der verschiedenen Gremien der Fakultät und der Studiengänge und schafft Transparenz hinsichtlich der Steuerung und kontinuierlichen Weiterentwicklung der QualitätssicheQualitätssicherung an der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät: Gremien, Zuständigen und Prozesse. Grafik: Carolin Thiel
rungsprozesse in Studium und Lehre. Zu den wesentlichen Neuerungen gehören die Einführung von Qualitätssicherungsforen sowie der Beginn periodischer Studiengangreviews. An der CGF stellen insbesondere die regelmäßigen Studiengangreviews sicher, dass die Studienangebote dynamisch an den aktuellen Stand der Wissenschaft und die Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Studiengänge sowohl den höchsten wissenschaftlichen Standards entsprechen als auch mit Blick auf die fachspezifischen Arbeitsmärkte relevant bleiben. Das Qualitätssicherungskonzept fördert zudem durch die Qualitätssicherungsforen eine Kultur der Qualität innerhalb der Fakultät, die auf Transparenz, aktiver Teilhabe aller Beteiligten und Verantwortlichkeit basiert. Qualitätssicherungsforen Die Qualitätssicherungsforen schließen verschiedene Formen der Zusammenkunft zwischen Lehrenden und Studierenden ein, die der kontinuierlichen Reflexion der Studiengänge dienen. Dabei sind Ergebnisse der mindestens einmal jährlich stattfindenden Treffen in Kurzprotokollen zu dokumentieren und allen Studierenden und Lehrenden zur Verfügung zu stellen. Dies erhöht die Transparenz und ermöglicht eine fundierte Qualitätssicherung. Nachfolgende Studierende können in der Vergangenheit geführte Diskussionen zu bestimmten Punkten einsehen. In den Gesprächen ermittelte Entwicklungsbedarfe werden so zudem systematisch aufgegriffen: Größere strukturelle Themen werden zunächst gesammelt, priorisiert und im Rahmen anstehender Reformprozesse berücksichtigt. Kleinere Anliegen – wie etwa Korrekturen im Musterstudienplan, die Anpassung von StudyCheck-Einträgen, die Vereinheitlichung von Antragsformularen oder die testweise Einführung digitaler Anmeldeverfahren – werden unmittelbar umgesetzt. Studiengangreviews: Geographie und Geowissenschaften Im Rahmen des Qualitätssicherungssystems der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurden 2019 periodische Studiengangreviews als zentrales Instrument zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre eingeführt. Diese zyklischen Überprüfungen dienen einer umfassenden Analyse der Stärken und Entwicklungspotenziale der Studiengänge und sind eng mit deren Re-Akkreditierung verknüpft. Die Reviews erfolgen in einem gestaffelten Verfahren nach Fachclustern und beziehen externe Gutachterinnen und Gutachter aus Wissenschaft und Berufspraxis sowie Studierende ein. Alle acht Jahre werden in den Reviews unter anderem die curriculare Struktur, didaktische Konzepte, Prüfungsformate sowie die Studienbedingungen extern bewertet. Die Ergebnisse fließen in eine strategische Gesamtbewertung zwischen Fakultätsleitung und Präsidium ein und münden in Zielvereinbarungen zur Weiterentwicklung der Studiengänge. Im Berichtszeitraum startete das Institut für Geographie mit insgesamt sechs Studiengängen den Reviewprozess (Laufzeit 3/2023–6/2025). Das Institut stellte eine Liste mit fünf externen Gutachterinnen und Gutachter zusammen (drei Hochschullehrende, eine Person aus der Berufspraxis und eine Studentin), welche durch den Rat der Fakultät beschlossen und vom Beirat der Fakultät ernannt wurden. Auf Basis akkreditierungsrelevanter Leitfragen verfasste das Institut für Geographie eine umfassende Selbstdokumentation, welche die Basis für die Vor-Ort-Gespräche mit den Gutachterinnen und Gutachtern an zwei Tagen im Mai 2024 stellte. Alle Hochschullehrenden des Instituts, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vorrangig in die Lehre eingebunden sind, sowie Studierende jedes Studiengangs diskutierten mit der Gutachtergruppe u. a. über die Profilbildung der Studiengänge und deren QualifikatiVor-Ort-Gespräche im Rahmen des Studiengangreviews Geographie im Mai 2024. Foto oben: Diskussionsrunden fanden u.a. im Senatssaal der Uni Jena statt. Foto: Claudia Hilbert/Uni Jena. Foto unten: Gruppenbild der Reviewgruppe mit den Gutachterinnen und Gutachtern sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des Instituts für Geographie. Foto: Anne Bärwinkel/Uni Jena 16 — STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG
onsziele sowie über die Ausgestaltung der Studiengangkonzepte. Weiterhin wurden Fragen zur Lehr- und Lernkultur, Studierbarkeit, Diversität und Gleichstellung sowie zur Qualitätsentwicklung und zum Studienerfolg thematisiert. Darüber hinaus fanden Besichtigungen der Lehrräume sowie interne Abstimmungen der Reviewgruppe statt, um die gewonnenen Erkenntnisse zu reflektieren und Entwicklungsperspektiven für die Studiengänge zu erarbeiten. Den Abschluss bildete ein Feedbackgespräch, in dem erste Ergebnisse zusammengefasst und weitere Schritte besprochen wurden. Das anschließend verfasste Gutachten bestätigt die hohe Qualität der geographischen Studiengänge und hebt insbesondere die enge Verzahnung von Forschung und Lehre, die starke Interdisziplinarität sowie den ausgeprägten Praxisbezug durch Exkursionen und Praktika hervor. Auch die moderne technische und räumliche Ausstattung erhielt positive Bewertungen, wenngleich die räumliche Trennung der Professuren auf zwei Standorte im Stadtzentrum als suboptimal kritisiert wurde. Gleichzeitig wurden Herausforderungen identifiziert, darunter die den hohen Studierendenzahlen, insbesondere im Lehramtsbereich, nicht angemessene personelle Ausstattung. Die Gutachtergruppe empfahl, die Planbarkeit und Flexibilität der Studienorganisation zu verbessern, berufsvorbereitende Elemente stärker in das Curriculum zu integrieren und die Internationalität weiter zu fördern. Abschließend betonte das Gutachten die herausragenden Stärken der Studiengänge – insbesondere die ausgeprägte Forschungsorientierung, das bundesweit profilbildende Methodenstudium mit starkem Schwerpunkt auf Geoinformatik und Fernerkundung, die hohe Flexibilität und Individualisierungsmöglichkeiten im Studienverlauf sowie die exzellenten Arbeitsmarkt- und Praxisbezüge. Es sprach sich dafür aus, diese weiter zu nutzen und gezielt Maßnahmen zur Bewältigung der identifizierten Herausforderungen zu ergreifen. Mit dem Abschlussgespräch zwischen Fakultäts- und Institutsleitung sowie dem Präsidium der Universität im Juni 2025 werden konkrete Maßnahmen und Zeitpläne für die Umsetzung festgelegt. Damit erhalten die geographischen Studiengänge ihre Akkreditierung für weitere acht Jahre. Im Oktober 2024 begann der Studiengangreview am Institut für Geowissenschaften, der voraussichtlich im August 2026 mit dem Strategiegespräch zwischen Präsidium, Fakultät und Institut abgeschlossen sein wird. Zwischenbilanzbefragungen Im Wintersemester 2023/24 nahmen Studierende aller an der CGF angebotenen Studiengänge an der Zwischenbilanzbefragung teil. Diese dient der Erhebung von Bewertungen zu Veranstaltungsqualität, Organisation, Prüfungsorganisation, Arbeitsklima, Dozierenden, Workload, Kompetenzen, Zufriedenheit, Rahmenbedingungen. Die Teilnahmequote lag durchschnittlich bei etwa 30 Prozent. Eine positive Ausnahme stellt der B.Sc. Biogeowissenschaften dar: Infolge gezielter Werbung und eingeräumter Zeitslots zum Ausfüllen des Fragebogens konnte eine Teilnehmerquote von 62 Prozent erreicht werden. In allen vier Bachelorstudiengängen überwiegen gute bis sehr gute Einschätzungen. Kritisiert wurden die Bereiche Organisation und Prüfungsorganisation insbesondere im B.Sc. Biogeowissenschaften (vermutlich aufgrund der herausfordernden Absprachen zwischen der Fakultät für Biowissenschaften und der CGF, welche beide das Lehrangebot stellen) sowie der Workload im B.Sc. Chemie, der aufgrund der Vielzahl an Praktika eine hohe Präsenzzeit im Labor erfordert. Die Studierenden konnte in der Befragung Schulnoten für ihren Studiengang vergeben. Diese bewegen sich für die Bachelorstudiengänge an der CGF zwischen 2,1 und 2,2. Bei den Masterstudiengängen stachen der Master Chemistry of Materials und der Master Chemische Biologie mit Noten von 1,8 bzw. 1,6 hervor. Alle anderen Masterstudiengänge erhielten Noten zwischen 2,0 (Geowissenschaften) und 2,4 (Geographie). Die Master Geographie und Geoinformatik zeigen Verbesserungsbedarf bei Organisation, Prüfungsorganisation und Rahmenbedingungen. Im Lehramt wurde Geographie in Studierende aller CGF-Studiengänge nahmen im Wintersemester 2023/24 an den Zwischenbilanzbefragungen teil — eines von drei zentralen Instrumenten der Studiengangsevaluation an der Universität Jena. Foto: Carolin Thiel STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG — 17
Studierende der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät im Honours-Programm der Universität Jena 2022-2024 Name Studiengang Betreuung durch: Titel 2022 Marianne Böhm Geographie: Klima- und Umweltwandel (M.Sc.) Dr.-Ing. Clémence Dubois Erfassung von Waldstrukturparametern mit LiDAR und Radarfernerkundung Muriel Bülhoff Geowissenschaften (M.Sc.) Prof. Dr. Kamil Ustaszewski Gibt es eindeutige Evidenz für das Vorkommen von Pseudotachyliten (Reibungsschmelzen) entlang der PustertalGailtal-Linie der Periadriatischen Störungszone? Simon Franzen Geoinformatik (M.Sc.) Prof. Dr. Alexander Brenning Tallinn im 17. Jahrhundert – eine geodatenbasierte historische Modellierung Lucas Gregor Chemie (M.Sc.) Prof. Dr. Ivan Vilotijevic Entwicklung einer Totalsynthese von Mycofactocin und Derivaten Leah Maria Hendrikje Haase Chemie (B.Sc.) Prof. Dr. Ute Neugebauer Spektroskopische Charakterisierung des Aktivierungszustandes von Monozyten nach gezielter Stimulation verschiedener Toll-like-Rezeptoren Corrie Mathiak Geographie: Klima und Umweltwandel (M.Sc.) Dr. Alexander Tischer Untersuchung oberflächennaher mikroklimatischer Bedingungen in einen Fichtenreinbestand im Stadtwald Hildburghausen und die Auswirkung von Totholz Anreicherung Verena Müller Chemie (M.Sc.) Prof. Dr. Andrey Turchanin Selbstassemblierung von Ru(II)-Polypyridin-Komplexen auf Oberflächen für Anwendungen in der molekularen Photokatalyse Maximilian Prochnow Lehramt Gymnasium Geographie/ Deutsch (Staatsexamen) Prof. Dr. Roland Zech Holozäne Feuchtigkeitsgeschichte des Schweizer Mittellandes anhand von Biomarker- und Stabilisotopenanalysen mit Sedimenten aus dem Moossee Sascha Rudolph Geowissenschaften (M.Sc.) Prof. Dr. Thorsten Schäfer Der geogene Einfluss auf die Eutrophierungsproblematik am Laacher See (Osteifel, Rheinland-Pfalz) – Geochemische und mineralogische Untersuchungen von Phosphor- & Vanadium-haltigen Phasen in den Gesteinen des Laacher-See-Gebiets 2023 Jana Boltersdorf Geographie (B.Sc.) Dr. Susann Schäfer Gesundheit und Wohlbefinden im Kontext des Klimawandels unter besonderer Berücksichtigung der Wohn- und Arbeitsorte Lisa Maria Danius Geographie (B.Sc.) Dr. Marcel Bliedtner Vergangene Dürre- und Feuerdynamiken in den südlichen europäischen Alpen anhand von Biomarker-Analysen Franz Jacobi Chemie (M. Sc.) Prof. Dr. Martin Oschatz Untersuchung der Einbringung von Kationen in Kohlenstoffnitride zur Anwendung in Photo- und Elektrokatalyse Niklas Krüper Chemie (M. Sc.) Prof. Dr. Ivan Vilotijevic Totalsynthese von Trypanothion-Derivaten zur Analyse deren biochemischen Verhaltens in Reduktase-Enzymen von Krankheitserregern Max Schuchardt Geographie: Migration, demographischer Wandel und regionale Entwicklung (M. Sc.) Prof. Dr. Sebastian Henn Identifikation von Left-Behind-Places anhand von Immobiliendaten Stefanie Wentzke Chemische Biologie (M. Sc.) Dr. Nico Ueberschaar Qualitative und Quantitative Analyse von DNAModifizierungen als Epigenetische Marker 2024 Merline Aferkou Chemie-Energie-Umwelt (M.Sc.) Prof. Dr. Martin Oschatz Bewertung zur Eignung von synthetisierten Kohlenstofffasern als Anodenmaterial für Natrium-Ionen-Batterien Amelie Brockhaus Geographie: Migration, demographischer Wandel und regionale Entwicklung (M.Sc.) Dr. Susann Schäfer Stille und Lärm in der Stadt in Bezug auf Gesundheit Svenja Sophie Scholz Geographie: Klima- und Umweltwandel (M. Sc.) Prof. Dr. Roland Zech Klimarekonstruktion mittels Biomarkern am Tislit See in Marokko Jane Stelzer Geowissenschaften (M. Sc.) Prof. Dr. Kamil Ustaszewski Charakterisierung von Varietäten der Serpentingruppenminerale in Ultramafiten mittels Raman-Spektroskopie Natascha Stumpf Geoinformatik (M. Sc.) Dr.-Ing. Clémence Dubois Infrastrukturmonitoring mit Daten aus dem All Joana Wagner Biogeowissenschaften (B. Sc.) Dr. Anna Pint Paläoökologische Untersuchungen an Ostrakoden aus den Layla-Seen in Saudi-Arabien zur Rekonstruktion des holozänen Klimas Janik Wulf Geographie: Klima- und Umweltwandel (M. Sc.) Prof. Dr. Roland Zech Multi-Proxy-Analyse vergangener Umweltveränderungen im Stechlinsee-Gebiet 18 — STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG
allen Kategorien (mit Ausnahme der Rahmenbedingungen) nur mittelmäßig bewertet. Die Studiengangverantwortlichen erhielten die Auswertungen und wurden aufgefordert, die Ergebnisse u. a. mit Lehrenden und Studierenden in den Qualitätssicherungsforen zu besprechen und – falls erforderlich – entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Auszeichnungen für Lehrende und Studierende Im Berichtszeitraum 2022 bis 2024 schrieb die Akademie für Lehrentwicklung (ALe) der Universität Jena mehrere Projekte aus, auf die sich Lehrende aller Fakultäten bewerben konnten. Aus der CGF gingen insgesamt neun Anträge ein, davon fünf auf Zuerkennung der Lehrpreise (Allgemeiner und themenspezifischer Lehrpreis), drei auf Förderung in der Linie „Innovation in der Lehre“ und ein Antrag auf Förderung in der Linie „Freiraum für die Lehrentwicklung“. Von der ALe in Höhe von 15.000 Euro gefördert wurde 2023 die Projektidee von Dr. Susann Schäfer und Anika Zorn (Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie) mit dem Titel „Podcasts als digitales Prüfungsformat – Implementierung, Begleitforschung und Transfer“. Ziel des Projektes ist es, eine zeitgemäße Alternative zu schriftlichen Prüfungen zu etablieren, Bewertungsmaßstäbe für verschiedene Lernziele zu definieren und die praktische Umsetzung zu erforschen. Es wurde 2024 ebenso vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und dem Stifterverband als innovativ bewertet und im Rahmen eines Fellowships für digitale Lehrinnovationen mit 40.000 Euro gefördert. Nicht unerwähnt bleiben sollen, dass im Jahr 2024 apl. Prof. Dr. Peter Frenzel (Außerplanmäßige Professor für Paläontologie und Geologie) sowie Prof. Dr. Beate Michalzik und Florian Achilles (Arbeitsgruppe Bodenkunde) von Studierenden für den Lehrpreis der ALe im Themenschwerpunkt „Besonderes Engagement in der Lehre“ nominiert wurden. Das Honours-Programm der Universität Jena fördert talentierte und forschungsinteressierte Studierende aller Fachrichtungen, indem es ihnen vertiefte Einblicke in wissenschaftliche Prozesse ermöglicht. Es wurde 2019 in einer Pilotphase entwickelt und nimmt seit 2020 jährlich rund 60 Studierende auf. Das Programm umfasst individuelles Mentoring, finanzielle Unterstützung und ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Vorbereitung auf eine mögliche wissenschaftliche Karriere. Aus der CGF wurden 2022 neun Studierende (von universitätsweit 67), 2023 sechs Studierende (von universitätsweit 64) und 2024 sieben Studierende (von universitätsweit 53) aufgenommen (siehe Kasten S. 18). Projekt „Studienerfolgsmonitoring“: Studienerfolg erhöhen, Abbruch verhindern Das Pilotprojekt „Studienerfolgsmonitoring“ (Laufzeit 10/2021-12/2023), initiiert von der Zentralen Studienberatung der Universität Jena und gefördert vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, soll die Unterstützung im Studienverlauf verbessern helfen, und zwar durch eine detaillierte Analyse von Studienverläufen und die Bereitstellung maßgeschneiderter Beratungsangebote für Fakultäten und Studierende. Die CGF beteiligte sich als eine von zwei Pilotfakultäten mit den modularisierten Ein-Fach-Bachelorstudiengängen B.Sc. Geographie, B.Sc. Geowissenschaften und B.Sc. Chemie an diesem Projekt. Studierende dieser Studiengänge hatten die Möglichkeit, sich freiwillig am Monitoringprojekt zu beteiligen, um frühzeitig individuelle Unterstützung zu erhalten. Gremienarbeit in der Fakultät Die Studienkommission der CGF überprüft die eingereichten Änderungs- oder Neueinrichtungsanträge der Studiengänge an der Fakultät (Modulkataloge, Prüfungs- und Studienordnung, Musterstudienpläne etc.) im Vorfeld des Rates der Fakultät gemäß § 25 a Grundordnung der Friedrich-SchillerUniversität. Die Kommission tagt mindestens einmal pro Semester. Der Kommission gehören Blick auf die Flyer während der Eröffnungsfeier für die neuen Stipendiaten und Stipendiatinnen des HonoursProgramms für forschungsorientierte Studierende im Juli 2024 in der Aula der Universität Jena. Im Berichtszeitrum wurden insgesamt 22 Studierende der CGF in das Programm aufgenommen. Foto: Jens Meyer STUDIUM, LEHRE UND BERUFSAUSBILDUNG — 19
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