Geologie und Paläontologie Apl. Prof. Dr. Peter Frenzel Forschungsschwerpunkte • Paläomilieuanalyse: Mikrofossilien als Proxys quartärer Umweltbedingungen in kontinentalen und randmarinen Lebensräumen, Verwendung in Paläoklimaforschung, Küstengeologie, Gewässergütemonitoring, Geoarchäologie, Forschung zu Georisiken etc. • Ostrakoden und Foraminiferen: Taxonomie, (Paläo)ökologie und Biostratigraphie • Paläoökologie der unterpermischen Fossillagerstätte Bromacker bei Tambach-Dietharz 178 — FORSCHUNG Faunistische, paläoökologische und schalenchemische Untersuchungen an den Mikrofossilgruppen der Ostrakoden und Foraminiferen bilden den Forschungsgegenstand der Arbeitsgruppe Paläontologie. Dabei stehen Anwendungen in der Rekonstruktion von anthropogenen Einflüssen, des Paläoklimas, und anderen Ökosystemveränderungen im Vordergrund. Durch den Anwendungsbezug ergeben sich vielfältige interdisziplinäre Kooperationen mit KollegInnen aus Geologie, Mineralogie, Geophysik, Physischer Geographie, Archäologie und Biologie. Die Arbeitsgebiete liegen vor allem in Mitteleuropa, aber auch im Mittelmeerraum, Zentralasien, Arabien, West- und Südafrika. In den letzten Jahren hat sich mit der Untersuchung von Ostrakoden als Bioindikatoren im Gewässergütemonitoring sowie in der Geoarchäologie ein auch international bedeutsamer Forschungsschwerpunkt für die Arbeitsgruppe herausgebildet (Abb. 1). Forschungsprofil Innerhalb des Forschungsprojekts zur Paläontologie und Geologie der Ursaurierfundstelle Bromacker wird gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin, der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha und dem UNESCO Geopark Thüringen Inselsberg — Drei Gleichen seit etwa vier Jahren am Bromacker ausgegraben und geforscht. Hauptziel des Projektes ist die Erschließung neuer Wege der Wissenschaftskommunikation (Abb. 2). Gemeinsam mit Kollegen der Professur für Allgemeine und Historische Geologie rekonstruiert die AG Paläontologie die Paläoumwelt dieser Fossillagerstätte. Vor dem Hintergrund der schwindenden Zahl von Ostrakodenspezialisten hat die Arbeitsgruppe Paläontologie mit Unterstützung durch FachkollegInnen vor zehn Jahren mit der jährlichen Ausrichtung von Einführungskursen zu dieser Tiergruppe begonnen. Diese ESO-Kurse fanden bisher in Jena, Wien, Rom und Patras statt und wurden von bisher insgesamt 132 NachwuchswissenschaftlerInnen aus aller Welt genutzt. Abb. 1. Verbreitung der Foraminifere Ammonia akitaae im stark Schwermetall-verschmutzten Densu-Ästuar an der Küste Ghanas. Bild: Olga Schmitz Abb. 2. Besuch des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Mitte) in der paläontologischen Grabung am Bromacker im Sommer 2024. Foto: Peter Frenzel
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