Anorganische Chemie Prof. Dr. Wolfgang Weigand ab 10/2024 Weiterführung von Projekten im Ruhestand Forschungsschwerpunkte • Biometallorganische Chemie: Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunktes werden [FeFe]- Hydrogenasemodelle synthetisiert und als Elektro- oder Photokatalysatoren zur Wasserstoffproduktion verwendet. • Antitumoraktive Metallkomplexe: Es werden auf neuartige Platin(II und IV)- und Rutheniumkomplexe hergestellt, die biologisch aktive Liganden enthalten, und vor allem bei Cisplatin-resistenten Tumorzellen getestet werden (in Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik, FSU Jena). • Reaktive Chalcogenverbindungen (Schwefel-, Selen- und Tellurverbindungen) und deren komplexchemisches Verhalten gegenüber Übergangsmetallen werden untersucht. • Präbiotische Chemie: Aktivierung von Kohlendioxid und Cyanid an Mackinawit. Dabei wurden EisenSchwefel Minerale als mögliche Vorläufer von Enzymen in einer primordialen „Iron-Sulfur-World“ getestet. • Synthese von neuartigen Gallium- und Lanthanidenkomplexen mit mehrzähnigen Liganden, die in der Positron Emissions Tomographie (PET) Anwendung finden sollen (in Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin, FSU Jena). 72 — FORSCHUNG Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Ursprung des Lebens auf der Erde ist es bisher noch nicht vollständig geklärt, wie erste organisch Verbindungen, die zum Aufbau replikationsfähiger Systeme befähigt sind, entstanden sind. Große Bedeutung wird hier dem Einfluss von Oberflächen Präbiotische Chemie sulfidischer Minerale beigemessen, da die Elemente Eisen und Schwefel offensichtlich auf der primordialen Erde reichlich verfügbar waren. Es hat sich in diesem Zusammenhang der Begriff „primordiale Eisen-Schwefel-Welt“ eingebürgert, der vor allem auf die von Günter Wächtershäuser entwickelte Theorie der „Iron-Sulfur World“ in einer vulkanischen Umgebung zurückgeht. Wir konnten auf diese Weise Blausäure HCN an dieser FeS-Phase aktivieren und zu Alkylthiolen reduzieren [1]. [1] Grosch, M., Stiebritz, M. T., Bolney, R., Winkler, M., Jueckstock, E., Busch, H., Peters, S., Siegle, A. F., van Slageren, J., Ribbe, M. W., Trapp, O., Robl, C., Weigand, W. (2022): MackinawiteSupported Reduction of C1 Substrates into Prebiotically Relevant Precursors. ChemSystemsChem. doi.org/10.1002/ syst.202200010 (Frontcover). Abb. 1: Mackinawit-vermittelte Reduktion von HCN zu präbiotisch relevanten Molekülen. Bild: Mario Grosch
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