Jahresbericht 2022-2024

FORSCHUNG — 143 Wie wirkt sich der Klimawandel auf hydrologische Extreme wie z. B. Dürren aus? Welche ökologischen Folgen hat das? Diese Fragen untersucht der Horizon-2020-Verbund DRYvER (Dr. Annika Künne), an dem multidisziplinäre Teams aus elf Ländern beteiligt sind. Das Projekt untersucht periodisch trockenfallende Flussnetze — ein Phänomen, das weltweit etwa die Hälfte aller Fließgewässer betrifft. Prozessbasierte Modelle, die an Pegel- und Citizen-Science-Daten angepasst werden, sind dabei das entscheidende Forschungswerkzeug [4]. Diese werden seit vielen Jahren von der Professur für Geoinformatik entwickelt und angewendet. Sie simulieren hydrologische Prozesse wie die Verdunstung und Grundwasserneubildung nicht nur mit Beobachtungsdaten, sondern auch mit zukünftigen Klimaprojektionen und Landnutzungsänderungen. Einen weiteren Meilenstein setzt der BMBF-finanzierte WaRisCo-Verbund zur Wassersicherheit im südlichen Afrika unter Leitung von Dr. Sophie Biskop. Dieser Verbund mit sieben Partnern legt den Fokus auf das Co-Design von Hydrologische Prozessdynamik im Klimawandel Klimawandelanpassungsstrategien für MegaDürren und Hochwasser unter Nutzung der Ergebnisse hydrologischer Modelle. Hierdurch werden lokale Praxispartner in die Lage versetzt, Extremereignissen vorausschauend zu begegnen. Das BMBF-Projekt SASSCAL 2.0: TIPPECC (Leitung Dr. Biskop) untersucht Kipp-Punkte im Klima- und Landnutzungssystem des südlichen Afrikas in den Bereichen Ernährungs- und Wassersicherheit und Biodiversität durch CoProduktion, Co-Entwicklung und Forschung. [4] Mimeau, L., Künne, A., Branger, F., Kralisch, S., Devers, A., Vidal, J.-P. (2024): Flow intermittence prediction using a hybrid hydrological modelling approach: influence of observed intermittence data on the training of a random forest model, Hydrol. Earth Syst. Sci., DOI: 10.5194/hess-28-851-2024. Abb. 3. a) Simulation von Abfluss und Trockenfallen; b) räumliche Muster der projizierten Häufigkeit des Trockenfallens. Bild aus Ref. [4] Der Tag der Geoinformatik oder GIS Day war auch 20222024 ein attraktives Forum für den Austausch zwischen GISCommunity, Wissenschaft und Studierenden im Raum Jena sowie innerhalb der Europäischen Universitäten-Allianz EC2U. Themenschwerpunkte waren dabei Naturgefahren (2024), Umweltmodellierung (2023) sowie Gesundheit und Nachhaltigkeit (2022). Weitere Aktivitäten im Rahmen von EC2U sind u.a. die internationale Sommerschule zu Geographic Data Science for Sustainability (2023) und Schulprojekte zu städtischen Wärmeinseln (2022-2024). Tag der Geoinformatik 2022-2024 und weitere EC2U-Aktivitäten Abb. 4. Zum Schwerpunktthema Naturgefahren trugen im November 2024 Expert:innen aus Iasi/Rumänien, Bonn und Jena vor. Foto: F. Strohmaier.

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