Jahresbericht 2022-2024

Didaktik der Geographie Prof. Dr. Mirka Dickel Forschungsschwerpunkte • Geographieunterricht als pädagogische Praxis: Wir untersuchen den Zusammenhang von bildungsphilosophischer Pädagogik und Geographiedidaktik. Im Fokus steht die Konzeption von Bildung als nachhaltige Bildung, die geographisches Wissen mit kritischer Reflexion und verantwortungsbewusstem Handeln verbindet mit Blick auf eine zukunftsorientierte Geographiedidaktik. • Naturphilosophische Reflexionen: Zwar meinen wir zu wissen, was „Natur“ heißt. Doch die Bedeutung der geographischen Kernkategorie „Natur“ liegt nicht auf der Hand. Sie ist in der Art und Weise verborgen, wie wir mit der Welt in Beziehung treten. Wir befragen alltägliche Lebenswelten in der Moderne im Hinblick auf die Verschränkung von Natur und Kultur bzw. Materialität und Sinn und ziehen Konsequenzen für eine zeitgemäße und nachhaltige Geographiedidaktik. • Digitalisierung im sinnstiftenden Unterricht: Der Forschungsschwerpunkt untersucht, wie digitale Medien im Hinblick auf Mündigkeit und Partizipation im Geographieunterricht sinnstiftend eingesetzt werden können. (Kompetenzzentrum „lernen:digital“, BMBF) 144 — FORSCHUNG Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt in der Verschränkung geographischer Lehrpraxis als genuin pädagogische Handlung mit multiparadigmatischer Fachlichkeit der Geographie. In diesem Kontext thematisiert der Sammelband „Geographieunterricht als pädagogische Praxis. Grundlagen, Bezüge und Perspektiven“ (hrsg. von Mirka Dickel und Jochen Laub, 2025) die theoretiGeographieunterricht als pädagogische Praxis schen und praktischen Grundlagen, die den Geographieunterricht als reflexive, bildende und gesellschaftlich relevante Praxis charakterisieren. Das Lehrwerk von Dickel, Feige, Gudat und Richter (2025) mit dem Titel „Geographieunterricht exemplarisch planen“ stellt die pädagogische Grundlage des Geographieunterrichts ins Zentrum. Es wird deutlich, dass Geographieunterricht nicht nur der Vermittlung geographischen Fachwissens dient, sondern als ein Raum verstanden werden muss, in dem didaktische Entscheidungen sowohl in fachlicher als auch pädagogischer Hinsicht fundiert sind. [1] Dickel, M., Feige, S., Gudat, G. & Richter, N. (2025): Exemplarität. Zur Planung von Geographieunterricht. Schwalbach: wochenschau (= Kleine Reihe Geographie). [2] Dickel, M. (2025): Verstehen lehren im Fach Geographie. Wie das Bildungsversprechen pädagogisch eingelöst werden kann. In: Dickel, M. & Laub, J. (Hrsg.), Geographieunterricht als pädagogische Praxis. Grundlagen, Bezüge und Perspektiven. Bielefeld: transcript, 43-62. [3] Dickel, M. & Gudat, G. (2025): Von der Sache zur Phasierung. Der induktive Unterrichtsgang im Fachunterricht Geographie. In: ebd., 255-274. [4] Dickel, M. & Richter, N. (2025): Beispiel-Verstehen im Horizont der Geographie. Zum doppelseitigen Bildungsprozess von Gegenstand und Selbst. In: ebd., 275-298. [5] Feige, S. (2025): Theoretische und begriffliche Fokussierungen Alexander von Humboldts Naturforschung. Zum Verhältnis von Ästhetik, Natur und geographischer Bildung. In: ebd., 109-126. [6] Lehmann, J. (2025): Erfahrung und (Um)Welt. John Dewey und die Geographiedidaktik. In: ebd., 141-154. [7] Gudat, G. (2024): Denken in, über und jenseits von Systemen – zum Potenzial dialektischen Denkens im Geographieunterricht. In: Rempfler, A., Grob, R., Landtwing, M. & Schönauer, U. (Hrsg.), Geographiedidaktische Forschungen. Komplexität und Systemisches Denken im Geographieunterricht: Ausgewählte Tagungsbeiträge zum HGDSymposium 2022 in Luzern, 188–205. Abb. 1. Dickel, M., Feige, S., Gudat, G. & Richter, N. (2025): Geographieunterricht exemplarisch planen. Schwalbach: wochenschau, Kleine Reihe Geographie.

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