Das Geodynamische Observatorium Moxa erfasst kontinuierlich natürliche Signale wie Deformationen und Massenverlagerungen, Gezeiten sowie Temperaturen und Pegelstände in Forschungsbohrungen. Die erfassten Daten sind aufgrund ihrer Vielfalt – von meteorologischen Parametern wie Niederschlag und Luftdruckänderungen bis hin zu geophysikalischen Signalen aus dem Erdinneren – von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung. Da natürliche Deformationen in tektonisch ruhigen Regionen wie Moxa äußerst gering sind, ist es entscheidend, möglichst rauscharme Messdaten zu gewährleisten. Aus diesem Grund befinden sich wesentliche Teile des Observatoriums, darunter drei LaserStrainmeter, in Stollen (Abb. 1). Die gemessenen Parameter stehen oft in komplexen Wechselwirkungen zueinander und bieten einzigartige Möglichkeiten zur Erforschung aktuell ablaufender Prozesse im Erdsystem. Diese Wechselwirkungen sind jedoch noch weitgehend unverstanden und können erst durch den Einsatz moderner KI-gestützter Analysemethoden entschlüsselt werden (siehe Seite 164-165, AG Kukowski, Allgemeine Geophysik). Abb. 2. Messstationen des Thüringer Seismologischen Netzes (blaue Dreiecke) und beobachtete Erdbeben im Zeitraum 1.1.2009 – 31.12.2024 (rote Kreise). Die Größe der Erdbebensymbole skaliert mit der Magnitude der Erdbeben. Bild: AG Wegler Abb.1. Blick nach Osten in den Stollen des Geodynamischen Observatoriums. Hier sind unter anderem Laser-Strainmeter (Michelson-Interferometer) installiert, die fortlaufend Längenänderungen der oberen Erdkruste im Nanometerbereich erfassen. Bilder: AG Kukowski Geodynamisches Observatorium Moxa Leitung: Prof. Dr. Nina Kukowski Webseite: www.chemgeo.uni-jena.de/20031/moxa 180 — FORSCHUNG Wissenschaftliche Einrichtungen und Services
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