Jahresbericht 2022-2024

Für die Mineralogische Sammlung begann das Jahr 2022 mit einer Kabinettausstellung zum Gestein des Jahres, auf die dann eine zum Mineral des Jahres (der Topas, 2022) folgte. Parallel dazu wurden größere Sonderausstellungen gezeigt. Begonnen wurde im Jahr 2022 zu einem aktuellen Thema und unter studentischer Beteiligung mit „Rohstoffe – vom Handy bis zu m E-Auto“. Anlässlich des 200. Todestages von René Just Haüy, französischer Kristallograph und Begründer dieses Wissenschaftszweiges, wurde 2022 zum internationalen Jahr der Mineralogie erklärt; die Jenaer Mineralogische Sammlung beteiligte sich am internationalen Ausstellungsreigen mit „Mineralogie“ von November 2022 bis April 2023. Mineralogische Sammlung Kustodin: Dr. Birgit Kreher-Hartmann Webseite: www.minsmlg.uni-jena.de Abb. 3. Blick in die Sonderausstellung „Moon Impact“ im Ausstellungsraum der ThULB. Foto: Birgit Kreher-Hartmann Ein größeres Ausstellungsprojekt ist noch hervorzuheben: die Internationale Wanderausstellung „Moon Impact“ wurde nach Jena geholt (Abb. 3). Gezeigt wurde diese im Ausstellungskabinett der ThULB von November 2024 bis Frühjahr 2025 und begleitet von den zwei Ausstellungen „Meteorite und Impaktite“ sowie „Evolution der Minerale“ in der Mineralogischen Sammlung. Neben dem Erfassen, Aufbereiten und Erweitern des Sammlungsbestandes gehören durchschnittlich zwei Sonderausstellungen pro Jahr plus Kabinettausstellung zur Öffentlichkeitsarbeit sowie auch Beteiligungen am MINT-Festival Jena, der Langen Nacht der Wissenschaften und der Langen Nacht der Museen in Jena. FORSCHUNG — 181 Thüringer Seismologisches Netz Leitung: Prof. Dr. Ulrich Wegler Webseite: www.chemgeo.uni-jena.de/20075/tsn Das gemeinsam von der Universität Jena und dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz betriebene Thüringer Seismologische Netz (TSN) dient der Erfassung der Erdbeben in Thüringen und Umgebung. Hierbei erstreckt sich ein seismisch aktives Band, das nördlich von Leipzig beginnt, über Ostthüringen bis in das tschechische Vogtland (Abb. 2). Durch Bergbau verursachte Seismizität tritt in Westthüringen auf. Insgesamt besteht das TSN derzeit aus 36 Messpunkten (Abb. 2). Jede Messstation erfasst mit 100 oder 200 Datenpunkten pro Sekunde den zeitabhängigen Vektor der lokalen Bodenschwingung mit seinen drei Komponenten der vertikalen sowie der zwei horizontalen Schwingungen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Die Daten aller Messstationen werden in Echtzeit übertragen und in Jena zusammengeführt. Automatische Echtzeitalgorithmen detektieren Erdbebensignale im kontinuierlichen Datenstrom, führen eine Ortung durch und bestimmen die Magnitude. Im Falle eines stärkeren Erdbebens werden automatische Alarmierungen per E-Mail und SMS verschickt. Nach der automatischen Auswertung erfolgt eine Überprüfung durch einen Seismologen. Insgesamt wurden so im Zeitraum von 1.1.2009 bis 31.12.2024 bereits 24.486 Erdbeben im Bereich Thüringen und Umgebung geortet (Abb. 2).

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