Jahresbericht 2022-2024

Erforschung von grünen Zukunftstechnologien Förderung für zwei Nachwuchs-Forschungsgruppen im BMBF-Programm SINATRA Gleich zwei Arbeitsgruppen der Fakultät waren erfolgreich im Förderprogramm „Nachwuchsgruppen für Künstliche Photosynthese und Nutzung alternativer Rohstoffe zur Wasserstofferzeugung (SINATRA)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Die Gruppe um Dr. Jacob Schneidewind wird für das Projekt „SolSTEP – Zwei-Schritt-Photokatalysatoren für die integrierte Produktion von solaren Energieträgern“ wird mit 2,8 Millionen Euro für die Dauer von sechs Jahren gefördert. Der Fokus des Anfang 2024 gestarteten Projekts liegt auf der Wasserstoffgewinnung mittels Photokatalyse. Ziel ist, Katalysatoren zu finden, mit denen sich die Effizienz der Photokatalyse erhöhen lässt und die nachhaltig und ressourcenschonend sind. Aktuell wird in der Gruppe von Jacob Schneidewind an Kohlenstoffnitridmaterialien und konjugierten Polymeren geforscht. Beide Stoffe liegen als Pulver vor und bestehen lediglich aus Kohlenstoff sowie Stickstoff. Der Schlüssel für eine höhere Effizienz könnte in der Struktur der Materialien liegen sowie in ihrer Stabilität über die Zeit. Nach einer gewissen Zeit lässt die Wirkung der Katalysatoren jedoch nach. Deshalb sei eine Idee, ein Kreislaufsystem zu etablieren, in dem die nachlassenden Katalysatoren durch eine Wiederherstellung ihrer Struktur stetig reaktiviert werden. Die Gruppe um Dr. Sebastian Engel erhält eine Förderung von 2,4 Millionen Euro für das Vorhaben „Py-Pho-Hybrid-Energy - Pyroelectric Enhanced Photocatalytic Hybrid-Energy-Membranes“. Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Modulen, die Solarenergie sowohl chemisch in Wasserstoff als auch thermisch in Form von Wärme speichern. Diese Kopplung erzielt eine verbesserte Gesamtenergiebilanz. Der Chemiker Dr. Jacob Schneidewind erforscht mit seinem Team die Photokatalyse von Wasserstoff. Foto: Jens Meyer FORSCHUNG — 49 Einfach nur gut erklären, reicht nicht mehr BMBF-Projekt „SensipoV“ befasst sich mit Wissenschaftskommunikation und politischer Voreingenommenheit Für viele Menschen ist Wissenschaft zur Glaubensfrage geworden – die Akzeptanz von Forschungsergebnissen hängt immer häufiger davon ab, ob sie zum eigenen Weltbild passen. Das stellt die Wissenschaftskommunikation vor neue Herausforderungen. Allein Inhalte ansprechend und zugänglich für die Öffentlichkeit aufbereiten, um Wissenslücken zu schließen und neue Innovationen vorzustellen, genügt nicht mehr. Doch wie lässt sich politische Voreingenommenheit überwinden? Das ergründen Forschende der Friedrich-Schiller-Universität im Forschungsprojekt „SensipoV – Sensibilisierung für politische Voreingenommenheit im Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz als Herausforderung für die Wissenschaftskommunikation". Kommunikationspsychologe Prof. Dr. Tobias Rothmund leitet das im November 2023 gestartete und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt gemeinsam mit apl. Prof. Dr. Christian Thiel vom Institut für Geographie. Um die politische Voreingenommenheit zu überwinden, wollen die Jenaer Forschenden diese zunächst sichtbar machen, um überhaupt ein Problembewusstsein zu schaffen. Sie wollen einen Test entwickeln, mit dem jede und jeder Interessierte seine politische Voreingenommenheit selbst ermitteln kann. Die Forschenden beziehen dabei die Befragten direkt mit ein: Sie können selbst Statistiken und Fragen für das Tool vorschlagen. Christian Thiel ist für die technische Gestaltung und Umsetzung des Selbsttests verantwortlich. In einem weiteren Schritt will das Team überprüfen, ob die Methode wirkt. Im Idealfall stoße man einen Prozess der Selbstreflexion an, der tatsächlich zur Sensibilisierung beiträgt. Außerdem wollen die Forschenden den Test auch für Jugendliche und die Anwendung in Schulen anpassen. Das Projekt ist deshalb an das Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration der Universität Jena angebunden.

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