50 — FORSCHUNG Die Aufbereitung von Kunststoffabfall optimieren Universität Jena an BMBF-Projekt zur Verbesserung des Plastikrecyclings beteiligt Kunststoffsorten, Zusatzstoffen und Verunreinigungen sich das Material bei der Verarbeitung zusammensetzt. Im nächsten Schritt soll ein KIAlgorithmus Muster in den Messdaten erkennen und vorschlagen, welche weiteren Bestandteile zuzusetzen sind oder wie der Recyclingprozess anzupassen ist, um die Qualität des recycelten Kunststoffs zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium mit mehr als einer Million Euro im Programm Quantensysteme gefördert. An der Uni Jena sind die Arbeitsgruppen Bocklitz und Schubert beteiligt. Den Recyclingprozess von Kunststoffen optimieren — das ist das Ziel des Projektes SpecReK (Spektroskopische Untersuchung des Recyclings von Kunststoffen), in dem die Universitäten Jena und Bayreuth mit den Firmen BASF, Endress + Hauser Digital Solutions und TechnoCompound GmbH zusammenarbeiten. Im Projekt soll die Wechselwirkung von Licht und Material genutzt werden, um Informationen über die chemische Struktur der recycelten Kunststoffe zu gewinnen. Mit spektroskopischen Methoden möchten die Forschenden in Echtzeit bestimmen, aus welchen Ein Erdbeben in der lebendigen Zelle Carl-Zeiss-Stiftung fördert im Programm „CZS Wildcard“ Projekt mit 750.000 Euro Mit Verfahren der Seismologie zur Erforschung des Erdinneren zerstörungsfrei Blicke in lebende Zellen werfen — diese Idee verfolgt ein Trio aus Chemie, Geologie und Physik und wird dabei im Rahmen des Wildcard-Programms der Carl-ZeissStiftung mit insgesamt 750.000 Euro unterstützt. Zum Team des 2024 gestarteten Projektes „Geowissenschaftlich inspirierte, molekülspezifische 3DTiefenanalyse mit Nanometer-Auflösung“ gehört u.a. Prof. Dr. Volker Deckert. Konkret geht es darum, etablierte Verfahren der Erdbebenforschung auf Nanometerdimensionen zu reduzieren und z.B. Zellen direkt in 3D abzubilden. So wollen die drei Forscher Infrarotlichtpulse in die Zelle feuern und dadurch molekülspezifisch Nano-Beben auslösen, ohne dabei die Zelle zu beschädigen. Von den Nano-Beben breiten sich, wie bei „richtigen“ Erdbeben, Wellen bis an die Oberfläche aus und dort können sie aufgezeichnet werden. Mit Hilfe mathematischer Verfahren müsste es dann möglich sein, eine 3D-Analyse des Zellinneren zu erstellen. „So könnten wir, wenn alles klappt, in einer Zellprobe erforschen, an welcher Stelle innerhalb der Zelle ein Virus andockt“, sagt Volker Deckert. Oder es wäre möglich zu bestimmen, wo genau ein Medikament seine Wirkung entfaltet. Prof. Dr. Volker Deckert leitet das Projekt gemeinsam mit Kollegen der Universität Ulm und des ITB in Bingen. Foto: Jens Meyer Wertstoffe aus Holzabfällen für Energiespeicher und Umwelttechnik Projekt will Lignin vom Abfallprodukt zum Wertstoff aufwerten und erhält Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung Das Biopolymer Lignin kommt in großen Mengen in Bäumen vor und ist normalerweise ein Abfallprodukt der Zellstoffindustrie. In dem Vorhaben „LignUp“ will ein Team um Prof. Dr. Martin Oschatz und Prof. Dr. Michael Stelter Lignin zum Wertstoff aufwerten. Das Projekt wird für sechs Jahre von der Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms „CZS Durchbrüche“ mit knapp fünf Millionen Euro gefördert. Konkret haben die Forschenden den Einsatz von Lignin als Ausgangsstoff für Funktionsmaterialien im Blick, die dabei helfen, Energiespeicher nachhaltiger zu machen. Das „LignUp“-Team will daher nach neuen Batteriematerialien suchen, die auf Basis von Lignin hergestellt werden können und die diese Metalle nicht mehr benötigen. Aus Lignin lassen sich zudem neuartige Filtermaterialien synthetisieren, die Metalle aus wässrigen Lösungen selektiv abtrennen können. Damit ließen sich kritische Metalle in nachhaltigen Batterierecycling-Prozessen zurückgewinnen oder in der wasserbasierten Erzaufbereitung umweltschonend extrahieren. Das Projekt ist auch der Startschuss für einen neuen langfristigen Schwerpunkt zu Bioökonomie und Energiematerialien am CEEC Jena.
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