Jahresbericht 2022-2024

52 — FORSCHUNG Nachhaltige Polymerplattform zur Anwendung bringen Joachim Herz Stiftung fördert Projekt von Prof. Dr. Ulrich S. Schubert und Dr. Anja Träger mit einer Million Euro Die Joachim Herz Stiftung fördert das Forschungsprojekt „Nachhaltige Polymer- und Partikelplattform für die gezielte Verpackung und Freisetzung von labilen und volatilen Substanzen“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen der Förderlinie „innovate! Fonds“. Insgesamt fließt eine Million Euro fließt in das Projekt. Projektleiter sind Prof. Dr. Ulrich S. Schubert und Dr. Anja Träger. Projektlaufzeit ist Dezember 2024 bis Mai 2026. Ziel des Projektes ist es, eine nachhaltige und innovative Polymer- und Formulierungsplattform zu etablieren, mit deren Hilfe bestehende Technologien effizient aus der Grundlagenforschung in die kommerzielle Anwendung überführt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung und Etablierung von Partikeln zur Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft sowie zur industriellen Nutzung des sogenannten Gentransfers. Dafür dienen Lipid-basierte „Gen-Taxis“, wie sie beispielsweise bereits in Form von mRNAImpfstoffen zum Einsatz kommen. Das Team um Prof. Schubert und Dr. Träger hat eine nachhaltige Technologie entwickelt und patentiert, die genetisches Material ganz ohne Cholesterin, Ethanol und Polyethylenglykol (PEG) effizient verpacken kann. In diesem Projekt soll nun deren Nutzung für die Landwirtschaft und die Biotechnologie weiterentwickelt werden, um beispielsweise Erträge zu steigern und Ressourcen zu sparen oder Proteine und Antikörper herzustellen. Darstellung eines Partikels aus verschiedenen Materialien.Illustration: Anja Träger Europa fördert Jenas Energiespeicherforschung Prof. Dr. Ulrich S. Schubert erhält „ERC Advanced Grant“ und wird mit 2,5 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert Am CEEC Jena wird seit vielen Jahren an der „Batterie der Zukunft“ geforscht. Die Forschungen können nun dank der Förderung mit einem ERC Advanced Grant für Prof. Dr. Ulrich S. Schubert vorangetrieben werden: Er erhält für das Forschungsvorhaben „FutureBAT“ für fünf Jahre rund 2,5 Millionen Euro; Projektstart war 2023. Prof. Schubert setzt bei seinen Forschungen auf die sogenannten Redox-Flow-Batterien (RFB) auf Polymerbasis. Die Systeme funktionieren, das haben die Untersuchungen im Labor bewiesen. Allerdings weisen sie bisher noch deutliche Einschränkungen hinsichtlich Kapazität, Lebensdauer und Temperaurstabilität auf. Solche Einschränkungen sollen im neuen Projekt FutureBAT reduziert und im Idealfall aufgehoben werden. Konkret will das Jenaer Team Energiedichte, Temperaturfenster, Effizienz und Lebensdauer der Batterie verbessern und sie zugleich nachhaltiger und günstiger anbieten können. Möglich werden soll das durch die Entwicklung neuartiger organischer Aktivmaterialien. Schubert und sein Team wollen dafür nach neuen Molekülen suchen und diese mit der Verbesserung aktueller Polymermaterialien auf molekularer Ebene kombinieren. Im Ergebnis werden neue Eigenschaften möglich, z.B. neue photo-wiederaufladbare Batterien oder RFB, die alle geladenen Spezies in einem einzigen Tank enthalten. ERC Advanced Grant auch für Christian Hertweck Ebenfalls einen ERC Advanced Grant hat Prof. Dr. Christian Hertweck erhalten, der mit einer Zweitmitgliedschaft zur CGF gehört. Er erhielt im Juli 2024 die Förderzusage für sein Projekt „AnoxyGen“. Ziel ist, neuartige Wirkstoffe von Anaerobiern zu entschlüsseln und ihre Rolle in der Natur aufzuklären. Prof. Dr. Ulrich S. Schubert hat einen ERC Advanced Grant erhalten. Foto: Jan-Peter Kasper

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