Jahresbericht 2022-2024

Wirtschaftsgeographie Prof. Dr. Sebastian Henn Forschungsschwerpunkte Die Forschungsaktivitäten der AG Wirtschaftsgeographie erstrecken sich auf die Themenfelder (1) Mobilities & Connectivities, (2) Peripheries & Polarization, (3) Spatial Perception & Planning und (4) Health & Wellbeing. Das vom BMBF geförderte WIR!2-Bündnis wecare, geleitet von Prof. Dr. Orlando GuntinasLichius (UKJ) sowie Prof. Dr. Sebastian Henn, zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen durch den Einsatz telemedizinischer und sensorischer Lösungen zu verbessern und über die so angeregten wirtschaftlichen Impulse einen nachhaltigen Beitrag zum Strukturwandel zu leisten. Im Rahmen des Projekts werden vier Hauptbereiche adressiert: • wecare@Lab: Dieser Bereich erweitert bestehende Infrastrukturen und Netzwerke im Gesundheitswesen um sensorische Telemedizin. Sowohl stationäre Telemedizin in Krankenhäusern und medizinischen Versorgungseinrichtungen als auch telemedizinische Lösungen für niedergelassene HausärztInnen werden einbezogen. • wecare@Home: Hier steht die Unterstützung von PatientInnen im häuslichen Umfeld im Fokus. Durch den Einsatz geeigneter Technologien sollen, z. B. unter Einbezug des SmartLiving-Konzepts, insbesondere in strukturschwachen Regionen komplexe Krankheitsbilder kontinuierlich überwacht werden. • wecare@edu: Dieser Bereich konzentriert sich auf die Aus-/Fort- und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal in der Region. Zudem richtet sich der Wissens- und Technologietransfer an PatientInnen und die allgemeine Öffentwecare - Intelligente sensorische Telemedizin für die ganzheitliche Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Regionen Thüringens 146 — FORSCHUNG Abb. 1: Roboter Pepper stellt beim Fokustag Telemedizin kleinen Gästen des wecare-Projekt POWER vor. Foto: Nolle Fotografie lichkeit, um insbesondere die für die Innovationsimplementation benötigte Technikakzeptanz zu erhöhen. • wecare@mobile: Ziel ist die Entwicklung mobiler Lösungen für die sensorische Datenerhebung vor Ort. Die gesammelten Daten können in regionalen Krankenhäusern und Versorgungszentren weiterverarbeitet werden. Gemeinsam ist den Handlungsfeldern der Anspruch, den gesamten Behandlungspfad von Prävention über Notfall, Diagnose, Therapie, Rehabilitation bis zur Langzeitbetreuung zu berücksichtigen. Das Projekt legt besonderen Wert auf die Hebung von ruhenden Innovations- und Synergiepotentialen zur Förderung der regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung durch die Entwicklung von Zukunftsfeldern in der Medizin-, Informations- und Kommunikationstechnik. Ein weiteres Ziel ist die Gewinnung und Bindung von Fachkräften vor Ort, um dem zunehmenden Fachkräfte- und ÄrztInnenmangel entgegenzuwirken. Durch die Sicherstellung einer wohnortnahen medizinischen Versorgung sollen gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Regionen geschaffen werden. Dabei spielt die Steigerung der Akzeptanz von Digitalisierungslösungen eine zentrale Rolle. Seit Projektbeginn 2021 wurden 20 wecareProjekte entwickelt, in denen innovative Lösungen erprobt werden – bis TRL8. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten durch telemedizinische Ansätze unter Berücksichtigung zukunftsträchtiger Felder wie Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit sowie der Krankenhausreform. Mehr zu wecare siehe auch S. 58. [1] Guntinas Lichius, O., Hannemann, M., Henn, S. (2024): wecare – intelligente sensorische Telemedizin für eine verbesserte Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Ärzteblatt Thüringen. 7-8/2024, 32-37.

RkJQdWJsaXNoZXIy OTI3Njg=