In deutschen Oberzentren stieg die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren zum Teil deutlich an. Während ausgewählte Gemeinden innerhalb des verkehrlich gut angebundenen Verflechtungsraumes dieser Oberzentren an diesem zuwanderungsbedingten Wachstum partizipierten, weist der Großteil stärker peripher gelegener Kommunen anhaltende Bevölkerungsverluste auf. Diese Verluste werden im Hinblick auf die demographische Entwicklung v. a. in den neuen Bundesländern voraussichtlich anhalten. Die Folge sind steigende Miet- und Kaufpreise für Immobilien auf der einen und beständig ansteigender Leerstand und Wertverluste auf der anderen Seite. Zusammen mit der gleichzeitigen Neuausweisung von Bauland auf beiden Seiten hat dies vielfach eine nicht-ressourcenschonende Siedlungsentwicklung zur Folge. Um dieser entgegenzuwirken, ist ein Ansatz erforderlich, der eine intensive Kooperation einer Vielzahl von AkteurInnen vorsieht. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um die Abwägung verschiedener Interessen und den Austausch notwendiger Informationen zwischen den betroffenen Kommunen geht. Vor diesem Hintergrund hatte das BMBF-geförderte Verbundprojekt interko2 zum Ziel, informations- und wissensbasierte Entscheidungsgrundlagen für ein nachhaltiges Flächenmanagement in großstädtischen Wachstumsräumen zu entwickeln. Ziel der ersten Projektphase war es, ein interkommunaInterko2 – Integriertes Wohnbauflächenkonzept in großstädtischen Wachstumsregionen Abb. 2: Entwicklungspotenziale im Bestand im Raum Jena-Saale-Holzland. Bild: AG Henn les Wohnbauflächenkonzept für den Verflechtungsraum Leipzig-Halle (Saale) zu entwickeln. Dieses baute auf zahlreichen Workshops und Interviews mit kommunalen und regionalen EntscheidungsträgerInnen sowie statistischen, qualitativen und GIS-basierten Analysen auf. Eine Konzentration auf sog. „Prüforte“ sollte eine gezielte, bedarfsorientierte und ressourcenschonende Entwicklung von Wohnstandorten anregen, von der nicht nur ausgewählte Kommunen, sondern die gesamte Region profitieren. Das Konzept wurde in der zweiten Projektphase auf den Jena/SaaleHolzland-Kreis übertragen, verfeinert und entsprechend angepasst. [2] Henn, S., Zimmermann, T., Braunschweig, B. (Hrsg.) (2025): Stadtregionales Flächenmanagement. Springer Spektrum: Berlin, Heidelberg. [3] Sell, T., Dunkl, A., Henn, S., Bergfeld, A. (2022): Ermittlung des Wohnbauflächenbedarfes unter Berücksichtigung kleinräumiger Wanderungsbewegungen. Ein Praxisansatz am Beispiel der Region Halle-Leipzig. Raumforschung und Raumordnung, 81, 2, 170-187. [4] Sell, T., Braunschweig, B., Bergfeld, A. und Henn, S. (2022): Bestandsaufnahme und alternative Konzeption der kommunalen Eigenentwicklung zur flächeneffizienten Steuerung der Siedlungsentwicklung. Das Beispiel der Region Halle-Leipzig, Raumforschung und Raumordnung, 80, 6, 774-788. FORSCHUNG — 147 KlimaKonform – Gemeinsame Plattform zum klimakonformen Handeln auf Gemeinde- und Landkreisebene in Mittelgebirgsregionen In der ersten Phase des BMBF-geförderten Projekts „KlimaKonform“ wurden in den Fokusgebieten Plauen, Greiz, Naumburg, Zeitz und den Landkreisen Greiz, Vogtlandkreis und Burgenlandkreis gemeinsam mit kommunalen Praxispartnern die Klimawandelanpassungsbedarfe kommunaler Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft eruiert. Ferner wurden mithilfe statistischer und GIS-basierter Analysen und Klimamodelle Anpassungsnotwendigkeiten und -kapazitäten erarbeitet. Sämtliche Projektergebnisse werden über das Klimainformationssystem ReKIS frei zugänglich gemacht. In der zweiten Projektphase werden die entwickelten Klimadienste in einer bis zu den Grenzen der Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt reichenden Modellregion getestet, um die Flexibilität und Effektivität der getroffenen Maßnahmen zu prüfen. [5] Tafel, J., Zorn, A., Schäfer, S. (2024) Climate Policy Commitment at the Municipal Level in Germany – Development of an Index on Awareness, Conception and Implementation of Climate Mitigation and Climate Adaptation. Raumforschung und Raumordnung, 82, 3, 231-247. [6] Zorn, A., Schäfer, S., Tzschabran, S. (2023): Production of knowledge on climate change perception – actors, approaches, and dimensions, Geographica Helvetica, 78, 2, 241-253.
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