Jahresbericht 2022-2024

FORSCHUNG — 149 Lehrforschungsprojekt: preFALL: Auswirkungen von simuliertem trockenstress- und borkenkäferinduziertem vorzeitigen Fichtennadelabwurf auf Stoffkreisläufe im Waldboden und ihrer Veränderung nach Bodenfeuern Klimabedingte Extremwetterereignisse führen in Wäldern vermehrt zu ökosystemaren Störungen, wie z.B. zu Dürren, Waldbränden und Massenvermehrungen des Borkenkäfers. In diesem Projekt werden mittels eines Streumanipulationsexperimentes die Auswirkungen von trockenstress– und borkenkäferinduziertem vorzeitigen Fichtennadelabwurf (pre-FALL) auf Stoffkreisläufe im Waldboden und ihrer Veränderung nach Bodenfeuern untersucht. Die mit dem Projekt verbundene Lehre ist Bestandteil des Zertifikatsprogramms „Nachhaltigkeit“ der Uni Jena (Stufe „Advanced“; vgl. Seite 201) und bietet eine interdisziplinäre Vertiefung im Bereich Nachhaltigkeit. Weiterhin erreichte das in das Forschungsprojekt integrierte Konzept der Lehrveranstaltung „Erfassung und Bewertung von Ökosystemprozessen und -funktionen“ eine Shortlist-Platzierung für den Allgemeinen Lehrpreis 2024 der Uni Jena. Integration von Totholz in Verfahren der Direktsaat von Weißtanne und Stiel-Eiche zur Begründung stabiler, klimatoleranter Mischwaldökosysteme im Stadtwald Hildburghausen (Waldklimafonds; BMU+BMEL; 2021-2025) Eines der Ziele nachhaltiger Waldbewirtschaftung ist die ökologische Stabilisierung naturferner, störungsanfälliger Fichtenreinbestände. In diesem Projekt wird mittels Direktsaatverfahren von standortsheimischen, aber seltenen Arten wie Weißtanne und Stieleichen gezielt auf die Etablierung klimaangepasster Mischwälder hingearbeitet. Die positiven ökologischen Potentiale dieser Baumarten sollen dabei durch die Integration von Totholz gezielt unterstützt werden. Auf Saatflächen wurden Dauerbeobachtungsflächen angelegt und über zwei Jahre mikroklimatisch und bodenökologisch sowie geobotanisch in Kooperation mit der Professur für Ökologie (Uni Jena) charakterisiert. Diese Daten werden im Kontext der Saatentwicklung und Vitalitätsveränderungen sowie dem Totholzmanagement analysiert. Die Geländearbeiten sind nahezu abgeschlossen und die erhobenen Daten werden zurzeit ausgewertet. [1] Tischer, A.; Klaus, J., Kühne, Ch., Hoffmann, B., Hartig, M., Schmidt, R. (2023): Instabile Fichtenbestände mittels Eichel-Saat rasch umbauen. AFZ Der Wald 5/2023, S.17-21. In Zusammenarbeit mit dem Bereich für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der FSU Jena werden die Auswirkungen vorgeschichtlicher Siedlungsaktivitäten auf die Entstehung von Böden und den darin archivierten Eigenschaften und Funktionen untersucht. Die anthropogenen Siedlungsaktivitäten führten zur Bildung eines Hortisols bzw. Archaeological Dark Earth (ADE), welche gekennzeichnet ist durch einen massiven Aufbau von Bodenkohlenstoffvorräten (Abb. 2), einer Nährstoffakkumulation (N, P, K) und einer verbesserten Wasserversorgung im Vergleich zu natürlichen Böden im Umfeld. Untersuchungen zur Genese einer Archaeological Dark Earth (ADE) im Bereich der Spät-Bronze-/Eisenzeitlichen Höhensiedlung „Alter Gleisberg“ in Thüringen Abb. 2. Hortisol/ADEBodenprofil Alter Gleisberg. Foto: Beate Michalzik • PoToMa — Potenziale des Totholzmanagements (224NR104A; BMEL; 20242027); gemeinsam mit der Professur für Ökologie der Uni Jena • PEGasuS— Pflanze-Enzym-Interaktionen entlang von Gradienten der RessourcenStöchiometrie; im Rahmen des DFG SPP1374 „Biodiversitätsexploratorien“ (DFG TI 952/5-1; 2022-2025), gemeinsam mit den Unis Münster und Gießen • ResEt-Fi — Wegbereiter Wiederbewaldung: Regionales Flächenmanagement zur Entwicklung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen. Teilprojekt 3; im Rahmen des REGULUSVerbundvorhabens (033L304C; BMBFREGULUS; 2023-2026) • Grüne Augen in Thüringen und Sachsen: Wiederholungsuntersuchungen zur Etablierung und Wirkung von Rotbuchengruppen in Fichten- und Kiefernreinbeständen; gefördert durch ein Landesgraduiertenstipendium (Freistaat Thüringen) und durch die Georg-Ludwig-HartigStiftung Weitere aktuelle Projekte

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