Obwohl terroristische Anschläge in Europa im Vergleich zu anderen Regionen ein vergleichsweise geringes Aufkommen haben, nimmt die Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch Terrorismus in Politik und Medien stark zu. Durch die vermehrte Konzentration von terroristisch motivierten Anschlägen auf zivile, sogenannte softtargets – zum Beispiel die Zunahme von Anschlägen auf öffentliche Räume in europäischen Städten – werden diese unter Berücksichtigung von potentiellen Bedrohungsszenarien und militarisierten Logiken rekonfiguriert und vermeintlich gesichert. Diese Umgestaltung von Stadtplanung und Infrastruktur – etwa die Etablierung von physisch-baulichen Verhärtungen der Infrastruktur, aber auch die Einführung spezialisierter und zunehmend militarisierter Polizeieinheiten – wird im Projekt in Bezug auf die veränderte (emotionale) Erfahrung sowie die gelebte Realität und Wahrnehmung von (öffentlichem) Raum in den Blick genommen. Von besonderem Interesse sind dabei die Transformation von Infrastrukturen und Atmosphären Atmospheres of (Counter-)Terror in European Cities (2021-2024) Sozialgeographie Jun.-Prof. Dr. Simon Runkel Forschungsschwerpunkte • Geographien des Lebensverlaufs: Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunkts werden vor dem Hintergrund des demographischen, regionalen und sozialen Wandels soziale Gemeinschaften und Biographien in Bezug auf räumliche und intersektionale Aspekte untersucht. • Sicherheit und Freiheit: Entlang dieses Forschungsschwerpunkts wird untersucht, wie sich das öffentliche Zusammenleben und öffentliche Räume durch digitale Technologien, die räumliche Produktion urbaner Sicherheiten und demokratischer Teilhabe wandeln. • Geosoziale Imaginationen: Der Forschungsschwerpunkt fokussiert die Herausbildung transnationaler und globaler Kollektive unter Globalisierungsbedingungen sowie die (narrative) Herausbildung inklusiver und exklusiver Gemeinschaften und ihrer imaginativen raumbezogenen Zukunftsvorstellungen. sowie der Wahrnehmung von Sicherheit und Bedrohung im städtischen Alltag und deren sozialen, wie räumlichen Konsequenzen. Das Forschungsprojekt ist als eine internationale komparative Studie angelegt, die empirisch in Berlin, Birmingham, Nizza, Paris und Plymouth durchgeführt wird. Neben der Universität Jena sind die University of Birmingham und Plymouth, sowie die Universität Cergy-Pontoise und das L’Institut Paris Region an dem Projekt beteiligt. Das internationale Forschungsprojekt wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), den britischen Economic and Social Research Council (ESRC) sowie die französische Agence Nationale de la Recherche (ANR). [1] Fregonese, S., Simpson, P., Masson, D., Runkel, S., Benjamin, C., Berlin, S., Ciax, K. und A. Drongiti (2024): Atmospheres of (counter) terrorism: a research agenda. In: Progress in Human Geography. Online first. [2] Ciax, K. und Runkel, S. (2024): Geopolitics of Urban Squares: Atmospheric Securitization and Counterterrorism in Everyday Urban Spaces in Berlin. In: Geopolitics, DOI: 10.1080/14650045.2023.2283465. 1-24. Abb. 1. Hostile Vehicle Mitigation (HVM) am Breitscheidplatz in Berlin (2021). Foto: Katharina Ciax 150 — FORSCHUNG
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