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Rubrik 27

01 | LICHT

GEDANKEN

Kontakt

Dr. Roy Müller

Institut für Sportwissenschaft

Seidelstraße 20, 07749 Jena

Telefon: 03641 / 945724

E-Mail:

roy.mueller@uni-jena.de www.spowi.uni-jena.de

Original-Publikation

Müller R et al. (2016) Human and avian

running on uneven ground: a model-based

comparison. J. R. Soc. Interface 20160529.

http://dx.doi.org/10.1098/rsif.2016.0529

se-Feder-Systems«, hinreichend exakt

beschreiben. Dieses Modell stellt die

Beine vereinfacht als elastische Federn

dar, die die Körpermasse tragen. Auf

diese Weise lassen sich in Experimen-

ten erhobene Daten direkt miteinander

vergleichen.

Beim Laufen in unebenem Gelände

passen sowohl Mensch als auch Vogel

die Bewegung an die Unebenheiten an.

»Und dies – obwohl es sich um gänzlich

unabhängig entwickelte Mechanismen

handelt – auf recht ähnliche Art und

Weise«, nennt Müller ein Ergebnis der

Arbeit. Im Falle einer Vertiefung im Bo-

den zieht der Läufer das Schwungbein

in der späten Schwungphase zurück,

was zu einem steileren Aufsatzwinkel

des Beines führt. Gleichzeitig wird das

Bein »verlängert«, indem es gestreckter

aufsetzt. »Anders als Vögel modulieren

Menschen zudem über die Federfestig-

keit den Bewegungsablauf.«

Wie humanoide Roboter laufen

Diese Erkenntnisse, so machen die

Autoren deutlich, sind in erster Linie

Grundlagenforschung. Langfristig las-

se sich dieses Wissen aber auch prak-

tisch nutzen – etwa in der Verbesserung

der Fortbewegung von humanoiden

Robotern.

Guinea fowl

1.2kg

Human

80kg

68°

45°

Crossläufer – auch bei hohem Tempo geraten sie nur selten ins Straucheln.

Ähnlich, aber nicht gleich: Das »Masse-Feder-

Modell« zeigt die Unterschiede beim Laufen von

Vogel und Mensch. So weichen beispielsweise

die Winkel, in denen die Beine aufsetzen, deutlich

voneinander ab. Abbildung aus der Original-

Publikation.